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ÖKO - das Umweltmagazin zwischen Weser und Wiehen
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im Bürgerfunk von Radio Westfalica (auf 95,7 und 106,6)
Die September-Sendung
Montag, 19. September 2005
18:04 bis 19:00 Uhr
Moderation: Diana Tuleweit, Thomas Reckeweg
Technik: Holger Hansing
Beiträge:
* Serie „Erneuerbare Energien“: Ökohaus
* Serie „Lebewesen des Jahres“: Klappertopf
* Nitrat im Trinkwasser (siehe Foto)
Nitrat-Beitrag als MP3-Datei (5 MB)
* Bionik
* Uhu-Ausstellung im Kreis
* Wassersparen
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Die einzelnen Beiträge :
Blume des Jahres: Klappertopf (von Holger Hansing)
Sie senden uns eine Email und wir schenken Ihnen eine Samentüte des Klappertopfs !
Die Stiftung zum Schutz gefährdeter Pflanzen hat den Klappertopf zur Blume des
Jahres 2005 erklärt. Der ungewöhnliche Name "Klappertopf' stammt von dem aufgeblasenen Fruchtkelch, dem Topf, in dem sich die Samen bei Wind bewegen und ein leises Klappergeräusch verursachen.
Seit 1833 wird die Bezeichnung Klappertopf hauptsächlich verwendet, zuvor hieß die Pflanze auch Rassel oder Wiesenklapper.
Dieser letzte Name weist auf den Lebensraum der gefährdeten Pflanzenart hin. Der Klappertopf wächst vor allem auf feuchten, nährstoffarmen Wiesen wie Niedermooren, aber auch auf Halbtrockenrasen und Küstendünen. Und gerade auf diese gefährdeten Lebensräume will die Stiftung zum Schutz gefährdeter Pflanzen mit Hilfe des Klappertopfes aufmerksam machen. Denn extensive genutzte Wiesen sind in Deutschland sehr selten geworden. Entwässerung, Düngung und häufige Mahd haben das intensiv genutzte Standardgrünland ohne Blütenpflanzen entstehen lassen. Dies bietet jedoch keinen Lebensraum für den Klappertopf,
der inzwischen auf der Roten Liste der gefährdeten Pflanzen zu finden ist. Und das obwohl die Pflanze ursprünglich überall in Deutschland vorkam Unsere Vorfahren kannten die bis zu 70 cm große Pflanze gut, da sie früher auf vielen Wiesen zu finden war und dort zwischen Mai und August ihre zitronengelben Blüten zeigte. Die Bestäubung der Klappertopfblüten erfolgt fast ausschließlich durch Hummeln, selten durch Falter. Die bis zu 4.5 mm großen Samen besitzen einen Flügelsaum,
so dass eine Windverbreitung möglich ist. Die Pflanze ist nur einjährig und überdauert den Winter als Samen Eine Besonderheit weist der Klappertopf außerdem auf, er ist ein Halbschmarotzer, d.h. er zapft die Wurzeln von benachbarten Gräsern an um sich mit Wasser und Mineralsalzen m versorgen. Als Halbschmarotzer stellt er seine Nährstoffe mit Hilfe seiner grünen Blätter selbst her - er betreibt eigenständig Fotosynthese Der Klappertopf zählt zu den Braunwurzgewächsen.
Zu dieser Pflanzenfamilie gehören auch Königskerze, Ehrenpreis, Fingerhut oder auch das Löwenmaul. Wenn Sie das Klappern des Klappertopfes nächstes Jahr in Ihrem Garten gerne hören möchten, dann lassen Sie sich von uns eine Samentüte schenken. Wir überreichen Ihnen eine Samentüte, wenn Sie uns eine Email schicken. Gehen Sie ganz einfach auf unsere Internetseite und senden Sie uns eine Email. Unsere Internetadresse lautet www.buerger-funk.de
Serie "Erneuerbare Energien": Ökohaus (von Diana Tuleweit)
Was stellen Sie sich unter einem Öko- Haus vor? So was wie ein Lebkuchenhaus, das man aufessen kann? Naja, nicht ganz. Aber nah dran, denn es heißt, dass die beim Bau verwendeten Materialien der Umwelt und dem Menschen keinen Schaden zufügen, weder bei der Herstellung, während der Nutzungsdauer noch bei der späteren Entsorgung. Auch die flir Warmwasser, Heizung und Strom benötigten Energien müssen umweltfreundlich sein. Heutige Niedrigenergiehäuser entsprechen schon nicht mehr dem neuesten Stand der Technik und sind, ökologisch sowie ökonomisch gesehen. Auslaufmodelle. Beim sogenannten Passivhaus wird die äußere Hülle, also die Außenwände, so gut isoliert, dass eine herkömmliche Zentralheizung überflüssig wird. Die meiste Heizenergie geht nämlich deshalb verloren, weil Fenster und Wände nicht winddicht sind und somit ein unkontrollierter Luft- und Wärmeaustausch stattfindet. Werden diese Wärmebrücken vermieden, können bis zu 85 % Heizkosten eingespart werden.
Dazu kann man sich einer speziellen Bauweise bedienen, der Holzständertechnik, die aus mehreren Schichten Holz und einem Dämmstoff aus recycelten Zellulosefasern besteht. Mit einem solchen Luftaustauschsystem ist auch Feinstaub kein Thema mehr und die Luftqualität ist sogar besser als bei Fensterlüftung.
Um sich Ökohaus nennen zu dürfen, muss so ein Passivhaus aber noch weitere Kriterien der Baubiologie erfüllen. Beim Bau werden nur naturreine Materialien verwendete Zellulosefasern als Wärme- und Schallisolierung sind nicht nur biologisch abbaubar,
sondern auch preisgünstiger als mineralische Dämmstoffe wie Glas- oder Steinwolle. Das Haus wird nach Süden ausgerichtet, um mit großen Fenstern die natürliche Sonnenwärme zu nutzen. Solarkollektoren sorgen für warmes Wasser. Falls man nun doch noch heizen muss, kann ein Holzpellet - Ofen eingebaut werden. Somit ist man von fossilen Brennstoffen völlig unabhängig. Nun braucht man nur noch einen Ökostrom-Anbieter in der Region oder eine Photovoltaikanlage,
um auch den Strom "grün" zu erzeugen. Klingt teuer? Im Gegenteil- ein vollökologisch gebautes Passivhaus ist eine günstige Alternative und hat später keine Altlasten, die kostspielig entsorgt werden müssen. Also nicht nur fiir Gesundheit und Umwelt, sondern auch für's Portemonnaie eine gute Sache.
Wenn Sie sich für ökologisches Bauen, Passivhäuser und den Baustoff Holz interessieren, verpassen Sie auf keinen Fall die Mindener Bautage am kommenden Wochenende. Dort finden Sie Architekt Handwerksbetriebe und Bauträger- alle unter einem Dach. Vom 23. bis 25. September auf Kanzlers Weide.
Nitrat im Wasser(von Thomas Reckeweg)
Immer wieder hört man in der Presse von Nitrat im Trinkwasser.
Doch was ist das genau und wo kommt es her? Hören wir dazu kurz Herrn Balduf-Kelting
von der Landwirtschafts-Kammer-Lübbecke. (Chemie der Nitrate + Vorkommen / Herkunft)
Frage: Wie viel Nitrat ist durchschnittlich im Trinkwasser enthalten? Welche Grenzwerte
gibt es und ab welcher Konzentration wird es für den Menschen giftig? Giftig für den
Menschen ist nicht das Nitrat selber, sondern dessen durch Bakterien umgewandeltes
Reaktionsprodukt, das Nitrit. Denn Nitrit verwandelt Hämoglobin den roten Blutfarbstoff,
in der Art, dass es keinen Sauerstoff mehr transportieren kann. Sind ca. 40 des Hämoglobins
umgewandelt, geht dies häufig tödlich aus Dieser Vorgang wird wegen der Hautverfärbungen
der Betroffenen auch Blausucht genannt. Von der Blausucht sind besonders häufig Säuglinge
innerhalb der ersten 3 Lebensmonate betroffen, was folgende Gründe hat: 1. Wegen fehlender
Magensäure beim Säugling kann besonders viel Nitrit entstehen. 2. Das Hämoglobin der
Säuglinge reagiert mit Nitrit wesentlich schneller zur sauerstofftransportunfähigen
Form des Hämoglobins. 3.Außerdem fehlt dem Säugling ein Enzym, die Diaphorase, welche
das Hämoglobin wieder zur Sauerstoffaufnahme befähigt. Dadurch wirkt sich die
Umwandlung des Hämoglobins besonders schwerwiegend aus. Es ist deshalb absolut
darauf zu achten, Säuglinge nitratarm zu ernähren! Doch noch eine andere Gefahr
geht mit der Nitrataufnahme einher: Das entstehende Nitrit kann mit im Organismus
vorkommenden Eiweißverbindungen sogenannte Nitrosaminverbindungen bilden. Nitrosamine
sind stark krebserregend, weshalb man sich darauf geeinigt hat, die Nitratzufuhr aus
Lebensmitteln und insbesondere aus Trinkwasser zu begrenzen. Vorhandenes Nitrat muss
also aus dem Trinkwasser wieder entfernt werden. Herr Balduf-Kelting, wie bekommt
man denn das Nitrat wieder aus dem Trinkwasser heraus? Abschließend bleibt zu
sagen, dass die Grenzwerte beim Leitungswasser in unserer Region sehr gut
eingehalten werden und der Konsum dieses Wassers weitgehend unbedenklich
ist. In ländlichen Regionen sollte man, wenn man eine Brunnenwasser-Anlage
hat, dieses Wasser auf Nitrat untersuchen lassen. Des Weiteren kann man hier eine
Keimbelastung nicht ausschließen. Zum Bewässern des Gartens ist Brunnenwasser
jedenfalls meist gut geeignet. Überpüfen lassen kann man sein Wasser unter anderem
in Apotheken. Eine Übersicht dieser Apotheken liefert die Seite www.umwelt-apotheker.de.
Bionik (von Sigrun Brindöpke)
Ist Ihnen, liebe Hörerinnen und Hörer, dieser Begriff schon einmal begegnet ? Haben Sie in diesem Zusammenhang etwas über sensationelle Erfindungen gehört ? Dann aber doch aufgrund mangelnder Auskünfte die fragenden Gedanken an die Seite gelegt ? Wir vom Öko- Magazin haben für Sie recherchiert; nachgelesen und nachgefragt; und wollen Ihnen heute unsere Ergebnisse mitteilen.
Bionik ist ein künstlich geschaffener Begriff. Er entstand 1960 auf einem Kongress der Luftwaffe in den USA . Er setzt sich zusammen aus den Wissenschaften " Biologie" und " Technik " -also Bionik. Bei diesen sich vereinigenden Wissenschaften geht es darum, Erkenntnisse aus der Natur mit technischen Entwicklungen zu verbinden. Es ist sehr oft der Slogan zu hören und zu lesen " Von der Natur lernen " Dabei erwartet der Wissenschaftler gewiss nicht, fertige Konstruktionspläne der Natur zu entnehmen. Bionik ist die systematische Beobachtung und Untersuchung der Problemlösungen aus der Natur, um anschließend gefundene Erkenntnisse auf die Technik zu übertragen . Zwar hat der Mensch schon immer versucht, sich am Vorbild der Natur zu orientieren; er hat sie kopiert und im Extremfall 1:1 nachgebaut - z.B. die ersten Flugmaschinen sahen aus wie riesige Vögel; wie wir alle wissen ,flogen sie nicht. -Ein positives Beispiel aus der Bionik Ein Paleontologe (Biolog.) Uni Tübingen beobachtet eigenartig geriefte Schuppen beim Hai, - und schließt auf strömungspositive Eigenschaften. Techniker der Firma 3M entwickeln eine Klebefolie mit analogen Eigenschaften die im Strömungskanal getestet wird und wesentlich günstigeres Verhalten beim Reibungswiderstand zeigt. Der AIR BUS 320 wird mit dieser Folie beklebt und getestet
Das Ergebnis ist ein ökologischer und ökonomischer Erfolg. Soll heißen: Einsparungen immenser Mengen an Flugbenzin.
Die Anwendungsmöglichkeiten erstrecken sich bereits auf alle Industriezweige, auf die Medizintechnik, Design Architektur, Informationstechnik, Raumfahrttechnik, Automobiltechnik.
Nie mehr putzen??? Ein Ziel für das es sich lohnt zu forschen. Der "Lotus - Effekt" soll es möglich machen. Die in Asien als heilig verehrte Lotuspflanze besitzt faszinierende Eigenschaften. Nach einem kurzen Regenschauer ist die Oberfläche wieder makellos sauber. - Die Oberfläche der Blätter lassen unter dem Mikroskop Noppen erkennen ,die aus Wachskristallen bestehen. Verunreinigungen können weder haften noch eindringen und somit beim nächsten Regen abgespült werden. - Die Pflanze schützt sich so vor eindringenden Keimen und die technische Entwicklung brachte Produkte hervor, wie Lotusan (selbstreinigender Lack) Selbstreinigende Dachziegel, Folien, die keine Fingerabdrücke mehr aufnehmen.
Bei unseren Recherchen sind wir auf viele Möglichkeiten und Erfahrungswerte der Bionik
gestoßen und wenn wir Sie ein wenig neugierig gemacht haben, schauen sie doch einmal
ins Internet oder fragen Sie im Buchhandel nach. Von Prof. Dr. Werner Nachtigall und
Kurt G. Blüchel der Band DAS GROSSE BUCH DER BIONIK wäre von unserer Seite aus sehr
zu empfehlen.
Uhu-Ausstellung (von Holger Hansing)
Morgen wird im Haus des Gastes von Preußisch-Oldendorf Holzhausen eine
Ausstellung über den Vogel des Jahres 2005, den Uhu eröffnet
Die Uhu-Ausstellung war in den letzten Wochen bereits in Porta Westfalica und
Bad Oeynhausen zu sehen. Als Rahmenprogramm zur Ausstellung hielten mehrere Experten bereits Vorträge über unsere größte heimische Eule Im Kreis
Minden-Lübbecke ist besonders der Lübbecker Naturschützer Ernst-Günter
Bulk ein Fachmann für den Uhu. Ernst-Günter Bulk erzählt, welche
Verhaltensweisen des Uhus für die Erforschung nützlich sind: "Er ist ein Nachtvogel, aber er ist sehr früh schon aktiv, meldet sich ruft dh man kann frühzeitig entsprechende Gebiete aufsuchen und verhören und'dann auch feststellen, ist ein Männchen da ist ein Weibchen da, ist das Paar komplett und das ist ein ganz wesentlicher Teil um festzustellen ist der Brutplatz besetzt. "
Und gerade auf diese Brutplätze in den Steinbrüchen des Wiehengebirges wurde in den letzten Jahrzehnten besonders geachtet, da nur Bruterfolge den noch nicht gesicherten Bestand langfristig stabilisieren können. Der Uhu-Experte Ernst
Gunter Bulk über die Bestandsentwicklung in den letzten 25 Jahren- Der Uhu war ausgestorben, den gab es hier nicht mehr, dann ging es sprunghaft verlangsamte sich Mitte der 90er Jahre wieder etwas sodass wir heute jährlich einen Anstieg haben von 1-2 Brutpaaren, d.h. er geht in neue Lebensräume in den Niederungen. Aber weshalb war und ist der Uhu weiterhin eine gefährdete Vogelart. Dazu Ernst-Günter Bulk vom Naturschutzbund des Mühlenkreises: "Also die Gefährdung Nummer 1 war zu Anfang natürlich die Freileitungen das ist Gott sei dank mit der aktiven Hilfe der entsprechenden Unternehmen weitgehend ausgeschaltet, wir sind in NRW der erste Kreis, der die Stationen zu 80/"gesichert hat. Das nächste ist natürlich die Verdrahtung der Landschaft mit Stacheldraht, es passieren viele Unfälle." Um gerade diese Unfallopfer unter den Uhus kümmert sich eine Ausgewöhnungsstation im östlichen Sauerland. Die Station für Eulen und Greifvögel in Marsberg hat bereits über 100 Uhus gepflegt und 46 Jungtiere für die Auswilderung gezüchtet. Trotz dieser Erfolge ist der Leiter der Ausgewöhnungsstation Wilfried Limpinsel nicht besonders optimistisch, was die Zukunft des Uhus angeht: "In den 2 5 Jahren habe ich erfahren, dass dem Uhu noch sehr viel passiert und er ist weiterhin auf unseren Schutz angewiesen, so ganz glorreich sehe ich es nicht jur den Uhu, muss ich schon sagen. "
Trotz dieser Einschätzung muss man festhalten, dass der im Mühlenkreis bereits ausgestorbene Uhu inzwischen wieder mit 13 Brutpaaren die heimische Fauna bereichert. Um die Öffentlichkeit weiter für die Großeule zu sensibilisieren, hat die Ausgewöhnungsstation Marsberg zusammen mit dem Forstamt Paderborn eine Ausstellung über den Uhu erstellt, die inzwischen vom Mindener Forstamt, dem Naturschutzbund, der Arbeitsgruppe für Naturschutz in Bad Oeynhausen und der Unteren Landschaftsbehörde des Mühlenkreises erweitert wurde. Sibylle Wurm von der Unteren Landschaftsbehörde wirbt für die informative und schön gestaltete Uhu-Ausstellung: "Ich denke, man sollte sich die Ausstellung hier angucken um etwas Schönes zu erleben, weil es einfach Spaß macht sich die verschiedenen Präparate anzusehen, die verschiedenen Tafeln anzuschauen und sich wirklich über den Uhu zu informieren und zu erkennen, wie wichtig es ist etwas für den Artenschutz zu tun und auch zu sehen das es wirklich was bringt, wenn etwas getan wird. " Wer den Uhu nicht nur ausgestopft in der Ausstellung im Haus des Gastes in Preußisch-Oldendorf, Holzhausen sehen möchte, der sollte sich den 27. September vormerken, denn an diesem Abend findet an der Lutternchen Egge eine Nachtwanderung statt, auf der der Uhu-Experte Ernst-Günter Bulk vielleicht auch live Uhu zeigen kann.
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