ÖKO - das Umweltmagazin zwischen Weser und Wiehen


im Bürgerfunk von Radio Westfalica (auf 95,7 und 106,6)

Die September-Sendung
Dienstag, 14. September 2004
18:04 bis 19:00 Uhr
Moderation: Inga Vehling, Holger Hansing
Technik: Udo Wecke
Beiträge:
* Serie „Erneuerbare Energien“: Thermische Sonnenenergie
* Serie „Lebewesen des Jahres“: Die Hain-Schwebfliege Beitrag als MP3-Datei (2 Min.)
* Rinder als Naturschützer MP3-Datei (4 Min)
* Die BIGTAB rettet das "Unternammer Holz"
* Waldkindergarten Heisterholz

Die einzelnen Beiträge :

Insekt des Jahres 2004: Die Hain-Schwebfliege (von Inga Vehling)

Schwarz ist sie und sechsbeinig, sie hat 2 Flügel und einen pelzigen Körper, 2 riesige Facetten-Augen und sie ist rasend schnell, besonders dann, wenn man sie mit der eigens dafür angeschafften Klatsche durchs Haus jagt - richtig, die Rede ist von der Fliege! Aber wussten Sie auch, dass es ca. 9.300 Fliegen- und Mückenarten in Deutschland gibt ? Eine von diesen Schwestern unserer Stubenfliege ist Insekt des Jahres 2004 geworden: Die Hain-Schwebfliege. Sie sieht unserem Hausbewohner so gar nicht ähnlich und wird wegen ihres gelb-schwarz geprägten Körpers auf den ersten Blick eher mit einer Wespe verwechselt - dabei ist sie viel kleiner und sticht noch nicht mal. Die Schwebfliege ist auf jeder blühenden Wiese und selbst im Blumenkasten auf dem Balkon zu finden. Sie ernährt sich von Pollen und Nektar. Weil Schwebfliegen aber nur einen kurzen Rüssel haben, benötigen Sie offen blühende Blüten, wie bei Löwenzahn und Ringelblumen. Besonders beliebt ist die Schwebfliege bei Landwirten und Hobbygärtnern, denn ihre Larven haben Blattläuse zum Fressen gern. Sobald es kälter wird, beginnen einige der Tiere ihre Reise in wärmere Regionen. Die Schwebfliegen ziehen dann nach Südeuropa und einige überwintern sogar im Norden Afrikas. Die Schwebfliegen, die Ihren Winter hier bei uns im heimischen Garten unter Laubschichten oder in schützenden Ritzen verbringen, sind ausschließlich schwangere Weibchen. Und so kommt es dazu, dass man sogar an milden Wintertagen Schwebfliegen auf Nahrungssuche beobachten kann. Aber noch ist es ja nicht soweit. Gehen Sie ruhig noch mal raus auf Ihren Balkon und in den Garten, vielleicht entdecken Sie ja eine der fleißigen Fliegen bei der Arbeit! Und wenn Sie ein Blattlausproblem haben - im Handel kann man inzwischen sogar Schwebfliegenlarven bestellen, das erspart den Griff zum giftigen Schädlingsspray. Oder pflanzen sie einfach gleich Blumen mit weit geöffneten Blütenkelchen zwischen ihre restliche Pracht, dann können Sie sicher sein, dass das Insekt des Jahres, die Hain- Schwebfliege nicht lange auf sich warten lässt!

Serie "Erneuerbare Energie": Thermische Solarenergie (von Jörn Schunk)

Auch unter den hiesigen klimatischen Bedingungen kann ein beträchtlicher Anteil unseres Energiebedarfs zur Warmwasser- und Raumwärmeversorgung durch die so genannte thermische Nutzung der Sonnenenergie gedeckt werden. Was aber versteht man nun genau unter thermischer Sonnenenergienutzung? Zwei O-Töne: Was verstehen Sie unter thermischer Solarenergienutzung? Wie wir also gerade gehört haben, bedeutet der Begriff "thermisch" ..." die Wärme betreffend"! Gemeint ist damit, dass die Wärmeenergie der Sonne genutzt wird. Alternativ gibt es auch noch die so genannte Photovoltaik. Dabei wird Sonnenlicht in elektr. Strom umgewandelt. Bei der therm. Sonnenenergienutzung, mit der wir uns heute befassen, stehen uns dabei grundsätzlich zwei unterschiedliche Systeme zur Verfügung. 1. Die so genannten passiven Systeme. Das sind z. B. Fenster und Fassaden. Dabei wird die "Sonnenwärme", meist auf der Südseite eines Gebäudes, durch die Fenster oder sich erwärmende Bauteile wie das Mauerwerk eines Hauses, in das Innere des Gebäudes abgegeben. Wir alle kennen das, die Raumluft wird erwärmt! Teilweise muss im Sommer sogar verhindert werden, dass zusätzliches Sonnenlicht durch die Fenster dringt, weil die Hitze im Haus unangenehm werden kann. Als zweites System der therm. Sonnenenergienutzung bezeichnen wir die "aktiven Solarsysteme". Hierbei wird die Wärme der Sonne zur Trinkwasser- bzw. neuerdings auch zur Heizungswassererwärmung aktiv genutzt. Nach der folgenden Musik, wollen wir uns dann auch noch mit der Technik und den Potentialen der thermischen Sonnenenergienutzung befassen. Gerade haben wir etwas über die unterschiedlichen Nutzungsmöglichkeiten der Sonnenenergie gelernt. Nun gehen wir ans Eingemachte und schauen uns die technischen Zusammenhänge etwas genauer an. Das Grundprinzip ist recht einfach: Die Strahlen der Sonne treffen auch in unseren Breiten noch mit einer starken Intensität auf die Erdoberfläche. Mit Hilfe eines so genannten Sonnenkollektors, dass ist im Prinzip nichts weiter als eine schwarze Fläche auf der wasserführende Rohre montiert sind, wird die Sonnenstrahlung zur Erwärmung von Wasser in den besagten Rohren genutzt. Dieses warme Wasser wird mit Hilfe von Pumpen in einen Warmwasserspeicher transportiert, um es je nach Bedarf zum Duschen oder Waschen zu verwenden. Die eingesetzten Verfahren bzw. der technische Aufwand der dabei betrieben wird, unterscheiden sich zum Teil erheblich. So wird z. B. versucht die Kollektoren, Rohre und Warmwasserspeicher auf unterschiedliche Art und Weise gut zu isolieren, damit möglichst wenig Wärme verloren geht. Alle diese technischen Details hier näher zu erläutern würde leider unseren zeitlichen Rahmen sprengen. Wer allerdings weiterführende Informationen sucht, dem sei die Internetadresse www.solarserver.de empfohlen. In Solaranlagen können nun sehr hohe Temperaturen entstehen. Um die Sonnenenergie richtig nutzen zu können werden diese Anlagen so ausgelegt, dass die Warmwasserversorgung eines Haushaltes im Sommer zu 100 % gedeckt werden kann. Da im Winter kein ausreichendes Sonnenwärmeangebot zu Verfügung steht, muss in dieser Zeit nachgeheizt werden. Wer sich also für ein thermisches Solarsystem auf seinem Dach entscheiden sollte, kann davon ausgehen, sowohl etwas für die Umwelt, als auch für den eigenen Geldbeutel getan zu haben. Immerhin sind 50 - 80 % des Energieverbrauchs für die Warmwasserbereitung einzusparen. Und wenn zusätzliche Fördermittel gewährt werden, wird sich eine solche Investition schon in wenigen Jahren amortisiert haben. Zum Schluss unseres heutigen Beitrags aus der Reihe "Erneuerbare Energien" möchte ich Sie noch auf unser nächstes Umweltmagazin aufmerksam machen, in dem wir uns dann mit dem Thema "Photovoltaik" beschäftigen werden.

Rettung des Unternammer Holzes (von Holger Hansing)

Seit 2 Jahren wehrt sich die "Bürgerinitiative gegen den trassenfernen Ausbau der Bahn", kurz BIGTAB genannt, gegen den Neubau einer Bahntrasse zwischen Porta und Hannover. Die Neubaustrecke würde quer durch schutzwürdige Naturräume, aber auch bisher ruhige durch Wohngebiete führen sowie Minden von der Fernstrecke nach Hannover abschneiden. Aufgrund dieser negativen Auswirkungen wendete sich die BIGTAB auf etlichen Demonstrationen, bei Unterschriftenaktionen und Gesprächsrunden gegen den Trassenneubau. Und die Bemühungen zeigen Wirkung: Die Behauptung "Die Bahn kommt hier nicht durch", die auf vielen Transparenten der BIGTAB zu lesen war, ist inzwischen verwirklicht. Denn Anfang Juli beschloss der Bundestag in Berlin den Bundesverkehrswegeplan, in dem der vierspurige Ausbau der bestehenden Bahnstrecke bis Hannover festgeschrieben wurde. Dennoch meint der stellvertretende Vorsitzende der lokalen BIGTAB, Reinhard Fromme, dass die Initiativgruppen in Porta und Bückeburg nicht aufgelöst werden sollten: "Für uns heißt das aber keineswegs, dass damit unsere Arbeit zuende ist. Wir als Bürgerinitiative werden dann, wenn es zum Ausbau der vorhandenen Strecke kommt zwischen Minden und Hannover darauf achten, wie z.B. die Lärmschutzmaßnahmen geplant werden und hoffen, dass wir erreichen können, dass für die Anwohner [ ] ein effektiver Lärmschutz erreicht werden kann." Im Mühlenkreis sind sowohl der Portaner Bürgermeister als auch die Stadt Minden als Mitglieder der lokalen BIGTAB froh über die trassennahe Bahnstreckenplanung. Aber auch der Revierförster des Unternammer Holzes, Achim Büscher, ist erfreut über die Rettung des großflächigen Naturwaldes. Der Waldfachmann verweist auf die vielen alten Eichen und Buchen im Unternammer Holz, aber auch das große Artenspektrum in diesem Gebiet. Achim Büscher:"Es gibt faunistische Arten, das ist der Rote Milan, der hier als Brutvogel vorkommt, [das ist] der Kammmolch, [das ist] der Mittelspecht, die Nachtigall, in Teilen der Eisvogel, das sind also auch Arten , die dazu beigetragen haben, dass dieses Gebiet jetzt momentan auch einen europäischen Naturschutzstatus bekommt und zwar den eines FFH-Gebietes." Die drei Buchstaben FFH stehen für Fauna, Flora und Habitat, sie verdeutlichen die europäische Bedeutung des schutzwürdigen Lebensraumes für Tiere und Pflanzen. Das Forstamt hat zum Erhalt dieses wichtigen Biotops zwishen Wesergebirge und Schaumburger Wald ein Entwicklungskonzept erarbeitet. Eine naturnahe Waldbewirtschaftung steht dabei im Vordergrund, d.h. die Alt- und Totholzbestände sollen gefördert werden, während standortfremde Baumarten nach und nach entfernt werden. Einige weitere Maßnahmen hat Revierförster Achim Büscher bereits realisiert: "Also in diesem gebiet gab's ein altes Munitionsdepot, was also vor 4, 5Jahren vom Land NRW zurückgekauft worden ist, da haben wir eine Renaturierung gemacht, wir haben insbesondere Bunker für Fledermäuse hergerichtet. Wir haben hier einen Quellnaturierung im vorletzten Jahr durchgeführt - wollen da also ne Optimierung der vorhandenen Fließgewässer machen." Alles in allem also positive Aussichten für die Orchideen und Spechte im Unternammer Holz. Dieser lokale Erfolg für den Naturschutz sollte jedoch nicht davor hinwegtäuschen, dass global gesehen täglich riesige Waldflächen dem menschlichen Raubbau zum Opfer fallen - wie bei der Zerstörung tropischer Regenwälder.

"Ich glaub ich steh im Wald"- Der Waldkindergarten Heisterholz (von Diana Tuleweit)

Die Idee kommt aus Dänemark- dort entstand vor über 20 Jahren der erste Waldkindergarten. In Deutschland gibt es inzwischen über 300, davon allein drei im Kreis Minden Lübbecke. Das Konzept des Waldkindergartens bietet optimale Voraussetzungen für die Umsetzung von ganzheitlicher Erziehung. Wie in jedem Kindergarten wird gespielt und gelernt, es werden Lieder gesungen, Ausflüge veranstaltet und Elterngespräche geführt. Wie sich der Waldkindergarten in der Praxis von anderen Kindergärten unterscheidet, hören wir von Doris Dammeier, seit 5 Jahren Erzieherin im Waldkindergarten. "Ja, der Waldkindergarten ist ja eine besondere Form des pädagogischen Angebotes .Unser Hauptziel ist einfach, die Kinder ganzheitlich zu fördern. Ja, ganzheitlich, das setzt sich aus verschiedenen Bereichen zusammen, zum Beispiel ist der eine große Bereich das Thema der Bewegung. Ja dann ein großer Bereich der Förderung ist die Kreativität, weil wir hier kein vorgefertigtes Spielzeug haben, denken die Kinder sich einfach Spielgeräte aus, sie nehmen zum Beispiel einen Stock, und dann kann dieser Stock alles sein. Der stock kann eine Motorsäge kein, der Stock kann eine Angel sein, ein Schwert,(...)...und weil das Spielzeug eben nicht fertig geformt ist, müssen die Kinder sich sprachlich über das Spielthema und den Spielinhalt verständigen. Wir leben einfach mit dem Wetter, mit den Pflanzen, den Tieren." Im Waldkindergarten Heisterholz verbringt eine Gruppe von 20 Kindern im Alter von 3 bis 6 Jahren täglich vier Stunden im Wald. Alles wird im Freien gemacht, es gibt nur einen beheizbaren Bauwagen. Bei sehr schlechtem Wetter können die Kinder sich auch hier beschäftigen. Für besondere Veranstaltungen, wie Theateraufführungen, dürfen die Kinder die Räumlichkeiten der Biologischen Station in der direkten Nachbarschaft nutzen Im Wald gibt es viel Platz zum Toben, Lautsein, aber auch für Stille, die in unserer reizüberfluteten Zeit so selten geworden ist. Auch für den Umgang mit Aggressionen bietet der Wald mit seiner Vielfalt an Materialien gute Bedingungen, hier darf gehämmert werden - allerdings nur in totes Holz! Das Holz als lebendiges Material begleitet die Kinder jeden Tag. Der Kreislauf des Lebens spiegelt sich im Wald wider. So lernen die Kinder einen schonenden Umgang mit der Natur. "Wir hinterlassen den Wald sauber. Was wir zum Beispiel auch machen, wir sammeln Müll im Wald, unseren eigenen nehmen wir selbstverständlich mit nach Hause, aber wir sammeln auch den Müll anderer Leute ein. Weil wir hier einen sauberen Wald haben mochten." Und dieses Konzept kommt auch bei den Kindern gut an: "Hurra!"

Rinder als Naturschützer (von Holger Hansing)

Die Biostation des Kreises Minden-Lübbecke betreut unter anderem Naturschutzgebiete, die aus großflächigen Wiesen bestehen. Diese Wiesen entstanden vor geraumer Zeit durch die Abholzung von Wäldern. Nur Pflegemaßnahmen können verhindern, dass aus diesem Kulturland wieder dichte Wälder werden. Der Mitarbeiter der Biostation Jürgen Langmann erklärt, mit welcher Zielsetzung die zwischen Minden und Hille gelegenen Bastauwiesen gepflegt werden. "In den Bastauwiesen [...], mit hunderten Hektar Grünland, da geht es [...] um die Vogelwelt, die in diesen feuchten Wiesen ein Zuhause hat und die Naturschutzziele sind darauf ausgerichtet." Neben dem Schutz von typischen Wiesenvögeln wie Kiebitz und Braunkehlchen will Jürgen Langmann mit seinen Kollegen langfristig auch die Pflanzenvielfalt in den Bastauwiesen erhöhen: "[Aber ]eine Fläche, die dann 10, 15 Jahre extensiv bewirtschaftet wurde, hat im Gegensatz zur intensiven Fläche durchaus [30, 40,] 45 Arten auf dem Quadratmeter, das sind dann [...] nicht nur für den Landwirt wichtige Wirtschaftsgräser, sondern da sind unwahrscheinlich viele Kraut- und Blütenpflanzen mit darin [...]" Aber wie soll die Biostation die großen Grünflächen in den Bastauwiesen, in der Weseraue oder der Großen Aue pflegen - ohne enorme Summen für teure Maschinen und Arbeitsstunden auszugeben ? Eine ideale Möglichkeit stellt die extensive Beweidung mit Rindern dar. Diplom-Landwirt Friedrich Averbeck von der Nordrind GmbH aus Verden skizziert, welche Voraussetzungen Rinder für die Landschaftspflege mitbringen müssen. "Sie müssen erstmal nicht so schwer sein, dass sie mir auf feuchten Standorten so viele Trittschäden machen, dass nachher von der Narbe, die ich ja eigentlich erhalten und pflegen möchte, nichts übrig bleibt. Sie müssen relativ einfach zu halten sein in der Winterperiode, d.h. durchaus auch auf Stall verzichten können." "In der Regel sind es [aber] eher die kleiner- und mittelrahmigen Tiere [als die großrahmigen].""[Im Gegensatz ] zum Beispiel [zum] Schottischen Hochlandrind oder [zum] Galloway, die [zu den kleinerrahmigen Rassen gehören und] auf extensiven Standorten gut gehalten werden können." Tatsächlich wird das Konzept der extensiven Beweidung von Schutzgebieten im Mühlenkreis praktiziert. Jürgen Langmann zählt auf, wo Rinderhalter bereits aktive Naturschützer sind. "Wir haben beispielsweise im Bereich Hävern/Ovenstätt Rassen wie das Schottische Highland laufen und das Heckrind. Wir haben dann im Bereich der Großen Aue Galloway-Halter [...] Und in den Bastauwiesen, was ja ein ganz ausgeprägter Niedermoorstandort ist, sind es an einzelnen Stellen Galloway-Halter [...]. Aber es sind auch Leute dabei, die einen großen Teil ihres Winterfutters dort durch Mahd erwirtschaften [...]" Aber auch bei der Renaturierung von Wiesen kann man nicht überall Rinder einsetzen. Jürgen Langmann macht die Grenzen der Rindernutzung am Beispiel der Bastauwiesen deutlich: "Indem wir Flächen ankaufen, versuchen wir diese Flächen so zu arrondieren, dass wir wiedervernässen können und dann haben wir Grundwasserstände [...] im Mai, Juni, die durchaus noch bei 40 Zentimeter [...] unter Flur anstehen und da ist mit Beweiden dann Schluss." "Dann muss gemäht werden und das findet bislang in diesen Bereichen in den Bastauwiesen auch noch flächendeckend statt[...]." Außerdem muss daran gedacht werden, dass selbst eine extensive Rinderhaltung, die keine Stall- und Düngerkosten hat, rentabel sein muss. Denn kaum ein Landwirt hält nur aus Liebhaberei Rinder. Der Rinderexperte Friedrich Averbeck weist besonders auf die Probleme beim Verkauf der für die Landschaftspflege genutzten kleineren Rinderrassen hin: "Wenn ich kleinerrahmige Rassen halte, dann muss ich mich sehr sehr intensiv um die Vermarktung der Tiere [...], insbesondere des Fleisches kümmern [...], das ich dann halt vor der Tür vermarkten muss." "Iich selbe kaufe privat mein Fleisch in der Direktvermarktung und ich weiß, dass es gut schmeckt." D.h. neben der kostengünstigen Pflege von Naturschutzflächen wird bei der extensiven Rinderhaltung auch noch leckeres Fleisch produziert, das man mit ruhigem Gewissen essen kann.