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im Bürgerfunk von Radio Westfalica (auf 95,7 und 106,6)
Die Oktober-Sendung
Dienstag, 12. Oktober 2004
18:04 bis 19:00 Uhr
Moderation: Diana Tuleweit, Jörn Schunk
Technik: Udo Wecke
Beiträge:
* Serie „Erneuerbare Energien“: Photovoltaik
* Serie „Lebewesen des Jahres“: Der Regenwurm
Beitrag als MP3-Datei (2 Min.)
* Arbeit des Naturschutzbundes im Großen Torfmoor
MP3-Datei (3,5 Min)
* Naturtextilien
* Gesundheitsgefährdung durch Mobilfunkstationen ?
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Die einzelnen Beiträge :
Photovoltaik (von Jörn Schunk)
In unserer letzten Sendung aus der Reihe "Erneuerbare Energien" haben wir uns mit der thermischen Solartechnik befasst. Dabei ging darum, mit Hilfe von so genannten Sonnenkollektoren Warmwasser und Heizungswärme zu gewinnen.
Heute befassen wir uns mit einer anderen Form der regenerativen Energienutzung durch die Sonne - mit der Photovoltaik.
Was aber versteht man nun genau unter dem Begriff Photovoltaik?
Zwei O-Töne: Was verstehen Sie unter dem Begriff Photovoltaik?
Wie wir also gerade gehört haben handelt es sich bei der Photovoltaik um die Umwandlung von Sonnenlicht in elektrischen Strom.
Zugrunde liegt der photovoltaische Effekt der bereits in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts beobachtet, aber erst 1905 von Albert Einstein theoretisch erklärt werden konnte.
Zwei O-Töne: Wie glauben Sie, wird elektrischer Strom in Photovoltaikmodulen erzeugt?
Wie Sie gerade gehört haben, ist das mit dem photovoltaischen Effekt etwas komplizierter. Einfach ausgedrückt handelt es sich dabei um elektromagnetische Strahlung so genannte Photonen, die von der Sonne abgegeben werden. Diese Photonen können in Halbleitermaterialien wie z. B. Silizium zeitweise Elektronen aus dem Atomverbund lösen. Und das bedeutet - es fließt elektrischer Strom.
Um nun die gewünschte elektrische Leistung zu erhalten, werden einfach mehrere Solarzellen zu Solarmodulen zusammengeschaltet.
Der Wirkungsgrad - also der Anteil des Sonnenlichtes, der in elektrischen Strom umgewandelt werden kann - liegt bei heutigen Solarmodulen zwischen 5 - 18 %. Allerdings sind unter Laborbedingungen bereits wesentlich bessere Wirkungsgrade erzielt worden.
Nach der nun folgenden Musik, wollen wir uns mit den Einsatzmöglichkeiten und den Potentialen der Photovoltaik beschäftigen.
Gerade haben wir etwas über die Technik der Photovoltaik gelernt. Nun wollen wir wissen, was sind eigentlich die Vorteile der Stromerzeugung durch Photovoltaikmodule?
Ein O-Ton: Was sind eigentlich die Vorteile der Stromerzeugung durch Photovoltaikmodule ?
Bereits in den fünfziger Jahren wurden die ersten Solarzellen in den USA entwickelt. Aber erst durch den Bedarf der Raumfahrt nach leichten, langlebigen und autarken Stromquellen setzte eine rasante Entwicklung dieser Technik ein.
Und genau das sind die enormen Vorteile der Photovoltaik! Solarmodule sind klein und leicht, sie sind mit einer Einsatzzeit von 20 -25 Jahren sehr langlebig und sie sind absolut autark - d. h. sie können an allen Orten auf der Welt wohin auch Sonnenlicht gelangt, sogar im Weltraum eingesetzt werden und benötigen keine kilometerlangen Kabelstrecken. Damit sind sie überall dort, wo keine ausgebaute energetische Infrastruktur besteht absolut konkurrenzlos.
So werden Photovoltaikanlagen vor allen Dingen an entlegenen Orten oder dort eingesetzt, wo die Installation eines elektrischen Anschlusses zu kostspielig ist. In abgelegenen Dörfern der "Dritten Welt", an Autobahnstrecken, in entfernten Bergregionen oder eben im Weltraum.
Eine weitere Möglichkeit des Einsatzes der Photovoltaik ist, die Anlagen netzgekoppelt zu betreiben. Das bedeutet, dass eine Photovoltaikanlage auf z. B. einem Hausdach installiert wird und den erzeugten Strom in das öffentliche Stromnetz einspeist.
Um diese Art der Nutzung zu unterstützen, hat die Bundesregierung mit dem so genannten Stromeinspeisegesetz eine deutliche Förderung der Photovoltaik eingeführt. So sind die Energieversorgungsunternehmen heute verpflichtet den Strom aus Photovoltaikanlagen dem Betreiber einer solchen Anlage abzukaufen. Dabei wird ein Preis bezahlt, der deutlich über dem üblichen Strompreis liegt. Die Energieversorger legen diese Kosten wieder auf die Allgemeinheit um.
Ein O-Ton: Warum, glauben Sie, muss die Stromerzeugung aus Photovoltaik noch so stark gefördert werden?
Genau das ist der Grund - die Erzeugung von Strom aus photovoltaischen Modulen ist immer noch erheblich teurer, als Strom aus fossilen Energieträger.
Deshalb hat der Gesetzgeber mit dem Stromeinspeisegesetz einen Mindestabnahmepreis bestimmt. Der Bau einer Photovoltaikanlage soll sich für den Betreiber lohnen, so dass die Herstellungskosten durch Massenproduktion stetig sinken können.
Ein O-Ton: Reicht die PV überhaupt aus, um die Welt mit ausreichend Energie zu versorgen?
Rein theoretisch würde die Sonnenstrahlung eines einzigen Tages um ein vielfaches ausreichen, um die Versorgung der Welt mit Energie zu decken. Leider sind die Kosten um diese Potentiale zu erschließen noch zu hoch. Es steht uns also noch ein weiter Weg bevor, um die Energieversorgung der Zukunft ökologisch und ökonomisch sinnvoll nutzen zu können. Wer weiterführende Informationen zu diesem Thema sucht, dem sei die Internetadresse www.solarserver.de empfohlen.
Zum Schluss unseres heutigen Beitrags aus der Reihe "Erneuerbare Energien" möchte ich Sie noch auf unser nächstes Umweltmagazin aufmerksam machen, in dem wir uns dann mit dem Thema "Geothermie" beschäftigen werden.
Die Arbeit des Naturschutzbundes im Großen Torfmoor (von Holger Hansing)
Hören Sie jetzt ein Gespräch, das wir Mitte September live auf der 2. Kulturlese im Mindener Weingarten aufgenommen haben. Holger Hansing spricht mit Wolfgang Sack und Rainer Derlin, zwei Mitgliedern des Naturschutzbundes über ihr ehrenamtliches Engagement im Mühlenkreis.
Die erste Frage zum Naturschutzbund, kurz Nabu, richtet sich an Wolfgang Sack.
Holger Hansing: Kommen wir zur Arbeit des NABU: Was wird überhaupt gemacht ? Ich stell mir das so vor, da werden Wiesen gemäht, da werden Hecken angelegt. Ist das so im Naturschutz ?
Wolfgang Sack:Der Kreisverband mit seinen Mitgliedern beschäftigt sich mit Naturschutz vor Ort, also vor unserer Haustür. Wir arbeiten seit 1970 aktiv im Großen Torfmoor, wir pflegen z.B. Kopfweiden, legen Feuchtbiotope und Hecken an, kaufen oder pachten Flächen zur Anlage von Obstbaumwiesen und Feuchtwiesen. Nebenbei läuft auch noch der aktive Vogelschutz, der spielt eine große Rolle bei uns. Wir machen ornithologische Untersuchungen und Kartierungen und besonders aktiv sind wir im Greifvogelschutz, Steinkäuze und andere Höhlenbrüter werden von uns betreut im Kreis Minden - Lübbecke.
Das ist die praktische Arbeit. Holger Hansing: Ich denke, es gibt da auch noch die andere Seite, die eher Bürokratische, was da auch noch mit durchscheint.
Wolfgang Sack: Auch die Verwaltungsarbeit bleibt dem Naturschutz nicht erspart. Einmal arbeiten wir mit bei Entscheidungen der Kommunen, der Kreis- und der Bezirksregierung, als Träger öffentlicher Belange nach § 29 des Bundesnaturschutzgesetzes. Wir sind vertreten im Beirat der Unteren Landschaftsbehörde und haben dort beratende Tätigkeit. Über Projekte der Kommunalverbände, der Straßenbaulastträger und anderer, die draußen unsere Umwelt nutzen wollen. Und alle diese Tätigkeiten sind rein ehrenamtlich.
Holger Hansing:Jetzt eine Frage an Herrn Derlin. Gibt es im Moment ein Schwerpunktprojekt, wo Sie sagen, da geht im Moment unsere Energie rein, da müssen wir uns besonders engagieren, das ist sozusagen für die nächsten Jahre unser Projekt ?
Rainer Derlin: Seit etwa 2 Jahren sind wir in ein Großprojekt verwickelt, nämlich in das sogenannte Life-Naturprojekt, das ist eine Renaturierungsmaßnahme im Großen Torfmoor. Darüber hinaus betreiben wir auch seit dem Jahr 2000 eine Schafbeweidung im Großen Torfmoor, d.h. wir haben dort einen Schafstall übernommen, haben eine Remise gebaut mit öffentlicher Unterstützung und haben dort einen frei wirtschaftenden Schäfer, der nach unseren Vorgaben, nach Vorgaben der Unteren und Oberen Landschaftsbehörden die Flächen beweidet.
Holger Hansing: Herr Sack, ich hab gehört, da ist auch ganz schön viel Geld im Spiel aus EU-Mitteln und aus Landesmitteln. Was macht denn das Große Torfmoor aus, das auch die EU gesagt hat, das ist uns so viel Geld wert ?
Wolfgang Sack: Ja, das Große Torfmoor hat einen Bestand an Pflanzen und Tieren, von denen viele auf der Roten Liste stehen. Und im Zusammenhang mit dem Projekt Natura 2000 der EU, in dem sich alle europäischen Länder verpflichtet haben ihr Naturschutzerbe zu schützen, ist diese Torfmoor ein Trittstein in der Reihe der Biotope, die wir in Mitteleuropa haben.
Und wir sind jetzt in der Lage das Große Torfmoor mit 1,8 Mio. Euro zu renaturieren, um das Optimum für Tier- und Pflanzenwelt, für die Weiterentwicklung des Moores an sich zu gestalten.
Holger Hansing: Wie soll es also in Zukunft weitergehen ? Wie stellen Sie sich das für die nächsten Jahre oder Jahrzehnte vor ?
Wolfgang Sack: Das Projekt läuft ja bis 2007. Und die Zielsetzung ist die Wiedervernässung, d.h. wir bringen dort Staue und Dämme ein, um sumpfige Flächen zu erzeugen, in denen sich das Torfmoor dann weiterentwickeln kann. Und alles wir letztlich dazu dienen, dem Besucher entsprechendes Anschauungsmaterial darzustellen. Wir werden dort auch einen Moorerlebnispfad einrichten, in dem interaktiv Besucher erfahren können, was Moor und Moorschutz eigentlich bedeutet.
Holger Hansing: Jetzt kommen wir zum Schluss unseres Gesprächs. Warum ist Naturschutz gerade heute so wichtig ? Herr Derlin, sagen Sie noch mal etwas dazu !
Rainer Derlin: Gerade in Zeiten, wo der Naturschutz so ein bisschen aus der öffentliche Diskussion verschwindet, ist es umso wichtiger , dass standfeste Männer und Frauen bei der Sache bleiben und ihr Anliegen hartnäckig verfechten.
Holger Hansing: Das war ein schönes Schlusswort, vielen Dank Herr Derlin, vielen Dank Herr Sack, ich bedanke mich für das Gespräch.
Naturtextilien (von Diana Tuleweit)
Der Herbst ist da und es wird kalt draußen. Da heißt es wieder warm anziehen. Wenn Sie sich und ihrer Haut etwas Gutes tun wollen, dann hüllen Sie sich doch mal in Naturtextilien. Naturtextilien bestehen aus reinen, unbehandelten pflanzlichen und tierischen Naturfasern. Mit tierischen Fasern ist natürlich nicht Pelz gemeint, sondern Schafwolle und Seide. Die unbehandelte Schafwolle enthält noch das natürliche Wollfett, das Lanolin, und mit Beimengung von Naturseide entsteht ein angenehm weicher Stoff. Also keine Angst vor kratzigen Wollpullis! Rolf Kleine vom Mindener Naturtextilienladen "Natürlich kleiden" erklärt uns, was diese Kleidung außerdem noch so besonders macht:
"Die Fasern regulieren das Körperklima, und wenn man eine naturbelassene Wolle am Körper trägt, dann ist man immer warm, immer trocken, die Feuchtigkeit wird vom Körper abgeführt, wenn man schwitzt, wird man nicht gleich unangenehm riechen, weil auch der Geruch wird abgeführt und solche Dinge sind bei den Naturtextilienherstellern natürlich sehr beliebt."
Abgesehen von den guten Eigenschaften der verwendeten Materialien wird bei der Produktion von Naturtextilien darauf geachtet, die Transportwege so kurz wie möglich zu halten, um die Umwelt nicht unnötig zu belasten. Ein T-Shirt vom Wühltisch hat nämlich schon einen weiten Weg hinter sich, da jeder Produktionsschritt an der billigsten Stätte ausgeführt wird. Oft sind das Billiglohnländer wie Bangladesh oder Taiwan, in denen die Arbeitsbedingungen schlecht sind. Sogar Kinderarbeit wird in Kauf genommen um ein T-Shirt für den Schlussverkauf herzustellen, das nur eine Saison aktuell ist und danach auf dem Müll landet.
"Ja und das ist der Unterschied zu den Naturtextilien, da ist zum Beispiel die soziale Komponente, dass von vornherein darauf geachtet wird, dass die Produktion des Rohstoffs und die Produktion der weiteren Verarbeitung der Stoffe kontrolliert wird, die Arbeiterinnen in erster Linie bekommen vernünftige Löhne, sie werden nicht der Chemie ausgesetzt, weil von vornherein keine Chemie verwandt wird- das einzige ist bei der Färbung, es wird entgegen weitläufiger Meinung sehr wenig mit Naturfarbe gearbeitet, weil die auch sehr schlecht fixiert werde können in den Materialien."
Die Farben, die bei der Verarbeitung der Garne und beim Weben der Stoffe verwendet werden, entsprechen höchsten Standards, die Fasern für Naturtextilien stammen aus kontrolliert biologischem Anbau. Für Menschen mit Allergien oder Neurodermitis und auch Babys mit ihrer empfindlichen Haut sind solche Materialien also bestens geeignet. Die Produktpalette reicht von Oberbekleidung über Unterwäsche, Socken, Babybekleidung, Schals und Mützen bis hin zu Wolldecken und Spielzeug. Von gängigen Vorurteilen kann man sich auch verabschieden.
Dazu Rolf Kleine: "Vor 5 Jahren da konnte man Leute noch erkennen, die Naturtextilien trugen, die sahen aus als wenn sie im Öko-Look, im Schlabberlook, im Sackleinen über die Straße gehen, und das ist heute überhaupt nicht mehr so. Naturtextilien sind im Vergleich zu konventionellen Textilien nur dann teurer, wenn man sie mit Billigwaren vergleicht. Verglichen mit Markenwaren ist der Preis in etwa gleich."
Umweltfreundliche Herstellung, sozialverträgliche Arbeitsbedingungen an allen Produktionsstätten und gute Hautverträglichkeit, das zeichnet Naturtextilien aus. Da solche Kleidungsstücke nur in relativ geringer Stückzahl auf den Markt kommen, können wir also guten Gewissens individuell gewandet den Herbststürmen trotzen.
Wirbelloses Tier des Jahres 2004: der Regenwurm (von Inga Vehling)
"Er ist blind, taub und stumm, kann nur kriechen und hat noch nicht mal einen besonders geformten Körper. Genau genommen ist es nur ein Strich in der Landschaft." Das ist auf der Internetseite des Naturschutzbundes zu lesen - wenn das mal nicht Majestätsbeleidigung ist!! Immerhin handelt es sich bei dem beschriebenen Lebewesen um das Tier des Jahres 2004 in der Kategorie wirbellose Tiere - den Regenwurm!
Gesehen und angefasst hat ihn sicher schon jeder von uns. Ob im Komposthaufen oder in der Wiese. Der Regenwurm fühlt sich nur unter der Erdoberfläche so richtig wohl. Und hier wühlt und frisst er sich auch so richtig durch! Daher kommt auch sein Name, der hat nämlich so gar nichts mit dem Niederschlag zu tun, sondern bezieht sich darauf, dass der kleine Wurm sehr sehr rege und aktiv ist! Schließlich ist er permanent damit beschäftigt, sich ohne Zähne durchs Erdreich zu fressen! Sein Mund funktioniert wie eine Saugpumpe: Er nimmt alles auf, was ihm in die Quere kommt. Der Regenwurm ernährt sich von abgestorbenen Pflanzenresten, Blättern und Mikroorganismen - Er ist eben ein echter Abfallverwerter. Und das ist super für den Boden, denn der Regenwurm kompostiert das Laub und wandelt die aufgenommenen Bestandteile in wertvollen Dünger um. Pro Tag frisst der Wurm ungefähr die Hälfte seines Eigengewichts. Auf diese Weise produziert er bis zu 24 g an Humus. Und ganz nebenbei gräbt er auch noch den Garten um. Ungefähr 100 Regenwürmer wohnen in einem Quadratmeter Boden. Durchzogen ist dieser Quadratmeter oft mit bis zu 20 Meter langen Gängen, die sogar 7 Meter in die Tiefe reichen können. Das Wasser staut sich also dank der kleinen Helfer nicht mehr und lockere Erde kann das wertvolle Nass aufsaugen wie ein Schwamm. Zum Atmen muss der Wurm nach so viel Arbeit aber nicht an die Oberfläche, er atmet über die Haut und nimmt so permanent auch kleinste Mengen Sauerstoff aus dem Boden auf. Weit verbreitet ist über den Regenwurm das Märchen, dass aus einem in der Mitte getrennten Regenwurm 2 neue entstehen. Tatsache ist, dass der Regenwurm sich wie fast jedes andere Tier durch Paarung fortpflanzt. Ein Regenwurm kann bis zu 90 Eier produzieren. Bei so einem Gelege ist es nicht verwunderlich, dass es im Komposthaufen vor Regenwürmern nur so wimmelt. Der Regenwurm arbeitet am liebsten bei 10 bis 15 Grad. Wird es ihm Sommer zu warm oder im Winter zu kalt, gräbt er sich tief in die Erde ein. Wenn Sie in den nächsten Tagen noch mal im Garten zu tun haben, dann sehen Sie sich doch noch mal nach dem Tier des Jahres 2004 um - noch haben wir ja keine sibirischen Temperaturen und Sie müssten ihn noch bei der Arbeit erwischen können.
Noch viel mehr Wissenswertes über seine Majestät den Regenwurm können Sie auf der Seite des Naturschutzbundes Deutschland finden: www.nabu.de - es lohnt sich !
Gesundheitsgefährdung durch Mobilfunk-Sender ? (von Holger Hansing)
Mitte September hat die Stadtverwaltung Porta Westfalica einen Informationsabend über "Mobilfunksendeanlagen" durchgeführt. Ungefähr dreißig interessierte Portaner waren im Hausberger Bürgerzentrum, um über das kontroverse Thema "Handy-Sendemasten" zu diskutieren. Innerhalb der Diskussion zeigte Dirk Schlomann aus Barkhausen seine Situation als Nachbar eines Mobilfunksenders drastisch auf:
"Wir leben da jetzt 3,5 Jahre neben. Wir stellen fest, verstärkt Schlafstörungen, wir sind ein 5-Personen-Haushalt, wir haben 3 Kinder. Ich meine, dass ist wissenschaftlich wahrscheinlich nicht nachweisbar, aber man fühlt sich einfach nicht gut neben so einem Dingen da. Und auch ne bisschen ohnmächtig, weil die Verwaltung sich hinterm Baurecht verkriecht. Man ist nicht als direkt Betroffener mit eingebunden worden. Wir wohnen 30 Meter daneben"
Während der Diskussion wurde auch deutlich, dass sich jede Stadt in einer Zwickmühle zwischen den Interessen der Handynutzer und den Ängsten der Nachbarn eines solchen Senders befindet. Der Vorsitzende des Portaner Ausschusses für Planung und Umwelt, Dieter Lichte, zu diesem Dilemma:
"Ja, es wird auch in Zukunft noch einige Standorte geben müssen, wo Mobilfunkstationen aufgestellt werden. Da müssen wir als Kommunalpolitiker auch drauf achten, dass die aufgestellt werden können, weil unsere Bürgerinnen und Bürger natürlich auch mit dem Handy arbeiten möchten. […]
Baurechtlich sind die Gesetze eindeutig, da haben wir [aber] nicht zu viel Spielraum. Was für mich persönlich ganz wichtig ist, sind die Ängste der Bürger, die wir sehr ernst nehmen müssen. Und hier werden wir dafür sorgen, dass möglichst nicht in Wohngebieten solche Dinge aufgestellt werden, auf keinen Fall auf Schulen oder Kindergärten."
Für eine klare Trennung von Gefühlen und wissenschaftlichen Fakten tritt der an diesem Abend eingeladene Mobilfunkexperte Dr Matthias Otto ein. Dr. Otto arbeitet bei der umweltmedizinischen Beratungsstelle der Kinderärzte in Osnabrück und verfolgt seit Jahren die Studien zu den gesundheitlichen Risiken von Mobilfunksendern. Dr. Otto äußert sich folgendermaßen zu der Errichtung von Mobilfunkmasten auf Kindergärten und Schulen:
"Ich kennen aus vielen Mobilfunkdiskussionen die Ängste, die damit verbunden sind und sicher ist ein Standort außerhalb dieses sensiblen Bereichs ganz sinnvoll, aber mehr aus emotionaler und psychologischer Sicht. Der fachliche Sachstand, den man bisher kennt, gibt eigentlich keine Gründe her, dass man deshalb die Kinder da nicht hinschicken würde. Und ich persönlich würde sie auch da hinschicken. Ich denke, man muss da Wissenschaft von Psyche und Emotionen trennen."
Die Faktenlage sieht für den Portaner Bürger Roland Kwiedor ganz anders aus.
Der Holzhauser hat sich vehement gegen den inzwischen verworfenen Plan gewehrt, einen Sender in der Holzhauser Friedhofskapelle zu installieren.
Laut Kwiedor belege eine zurzeit noch nicht veröffentlichte Studie die gesundheitlichen Gefahren einer solchen Station. Roland Kwiedor:
"Elf von 12 Forschungsgruppen von führenden Universitäten und Forschungszentren aus 7 Ländern kamen nach 4-jährigen Studien zu dem verdichtetem Hinweis, dass Mobilfunk die DNA zerstören und damit das menschliche Erbgut verändern kann. Also es traten nach Bestrahlung mit den elektromagnetischen Schwingungen der neuen Technik, es geht also hier um UMTS-Technik, Strangbrüche und Chromosomenveränderungen auf.
4 Jahre lang forschten die Mitarbeiter in der Reflex-Studie, ob menschliche und tierische Zellkulturen auf elektromagnetische Felder reagieren. Das Ergebnis der Studie sollte eigentlich schon 2003 fertig sein , aber es waren 12 Forschergruppen und eine der Mobilfunkindustrie nahe stehende Forschergruppe hat das bisher blockiert."
Auch wenn die Gegner und Befürworter der Mobilfunkstationen sich an diesem Abend nicht einigen konnten, muss die Portaner Stadtverwaltung zukünftig Richtlinien haben, damit den Mobilfunkbetreibern Sendestandorte empfohlen werden können. Der Ausschuss für Planung und Umwelt plant deshalb einen künftigen Mindestabstand von 200 Metern zum nächsten Wohngebäude als Richtwert vorzugeben.
Den vorsorglichen Schuz der Bürger befürwortet auch die seit 10 Jahren im Portaner Rat aktive Ingeborg Jansen:
"Wie ich vorhin schon sagte, würde ich in der Fürsorgepflicht für die nächsten Generationen versuchen Mobilfunkanlagen aus Wohngebieten herauszuhalten aus der Nähe von Kindergärten und Schulen. Mag man bis heute auch noch so viele Studien gemacht haben,[ ohne Ergebnis], aber es liegt kein Langzeitergebnis vor und erst nach langer Zeit kann man wirklich feststellen, ob es gesundheitliche Schäden hervorruft oder nicht.[…] Also ich würde dafür plädieren, Vorsicht an erster Stelle walten zu lassen" |