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ÖKO - das Umweltmagazin zwischen Weser und Wiehen
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im Bürgerfunk von Radio Westfalica (auf 95,7 und 106,6)
Die Mai-Sendung
Montag, 23. Mai 2005
18:04 bis 19:00 Uhr
Moderation: Diana Tuleweit, Thomas Reckeweg
Technik: Holger Hansing
Beiträge:
* Serie „Erneuerbare Energien“: Blockheizkraftwerke
* Serie „Lebewesen des Jahres“: Zebra-Springspinne
* Müllverbrennung im Kraftwerk Veltheim (Foto: Mahnwache vorm Portaner Rathaus)
Müllverbrennungsbeitrag als MP3-Datei (6 MB!)
* TransFair-Siegel
* Globalisierungsgegner in Minden
* Feinstaubbelastung
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Die einzelnen Beiträge :
"Erneuerbare Energie": Blockheizkraftwerke (von Jörn Schunk)
Mit der Vorstellung der Wasserkraftnutzung in unserer Märzsendung haben wir nun alle Erneuerbaren Energieträger erläutert. Wir möchten Ihnen daher in dieser Reihe neue und alternative Energietechnologien vorstellen, die besonders energiesparend sind oder direkt die erneuerbaren Energien nutzen.
In der heutigen Ausgabe stellen wir Ihnen daher die so genannten Blockheizkraftwerke - kurz BHKW genannt - vor, die neben ihrem besonders hohen Wirkungsgrad auch die Fähigkeit besitzen Biogase oder Pflanzenöle als Brennstoff zu verwenden.
Die heute übliche Stromversorgung basiert zum wesentlichen Teil auf verbrauchsfernen Großkraftwerken. In diesen Stromerzeugungsanlagen gehen rund 2/3 der eingesetzten Energie ungenutzt als Abwärme verloren. Auf Grund der großen Entfernungen zu den Wärmeverbrauchern kann diese Abwärme, außer in Großstädten wie z. B. Hannover, nicht zu Heizzwecken genutzt werden. Daraus ergibt sich ein niedriger Wirkungsgrad von nur ca. 35 %.
Blockheizkraftwerke hingegen greifen ein völlig anderes Konzept auf. Moderne BHKWs werden in der Nähe oder direkt bei einem Wärmeenergienutzer installiert, so dass neben der Stromerzeugung auch die Abwärme fast vollständig zu Heizzwecken genutzt werden kann. Damit können BHKWs Wirkungsgrade von über 90 % erreichen.
Sie lassen sich besonders dort umweltfreundlich und wirkungsvoll einsetzen, wo ein ausreichender Wärmebedarf vorhanden ist. Das trifft auf Hallenbäder, Krankenhäuser, Altenheime oder Wohnsiedlungen zu, in denen über einen langen Zeitraum gleichmäßiger Wärmebedarf benötigt wird. Dabei stehen viele verschiedene Leistungsgrößen zur Verfügung, die neuerdings sogar auf den Einfamilienhausbereich zugeschnitten sind.
Das Funktionsprinzip eines BHKWs ist dabei recht simpel. Die eingesetzten Brennstoffe werden zum Antrieb von Otto- oder Dieselmotoren verwendet. Diese treiben einen Generator an, der Strom erzeugt. Die Abwärme aus Kühlwasser und Abgas wird zum wesentlichen Teil über Wärmetauscher zurückgewonnen und zur Warmwasser- oder Heizenergiebereitstellung genutzt. Während der Strom meist ins öffentliche Stromnetz eingespeist wird, sollte die Wärme in möglichst geringer Entfernung genutzt werden.
Als Brennstoff kommen verschiedene gasförmige oder flüssige Brennstoffe zum Einsatz. Neben Erdgas oder Heizöl ist heutzutage insbesondere die Verwendung von Biogas oder Pflanzenöl aus ökologischer Sicht von besonderer Bedeutung. Während der Einsatz von Rapsöl neben einer höheren technischen Beanspruchung der Anlagenkomponenten und des noch recht hohen Preises zur Zeit noch nicht so häufig umgesetzt wird, ist der Bau von Biogasanlagen, auf Grund der staatlich zugesicherten Einspeisevergütung, enorm angestiegen.
(Neben landwirtschaftlichen Betrieben die auch gleichzeitig die Abwärme nutzen können sind auch zentrale Großanlagen denkbar, die neben einem direkten Wärmenutzer errichtet werden.)
Abschließend lässt sich festhalten, dass der Einsatz von Blockheizkraftwerken dort besonders wirtschaftlich und ökologisch ist, wo ein entsprechender Abwärmenutzer vorhanden ist. Unter Verwendung von Biogas als Brennstoff ist zudem ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung Unabhängigkeit von importierten Rohstoffen getan.
Wer weiter Informationen zu diesem Thema sucht, dem sei die Internetadresse www.bhkw-info.de empfohlen.
Abschließend noch den Hinweis auf unsere Julisendung, in der wir Ihnen die Funktionsweise und Einsatzgebiete von Wärmepumpen näher erläutern werden.
"Lebewesen des Jahres": Zebra-Springspinne (von Inga Vehling)
Wenn man ihn so im Kino beobachtet, könnte man meinen, dass seine Zeichner die Spinne des Jahres 2005 im Blick hatten, als sie ihrem "Spider-Man" die Fähigkeit gaben über die Dächer seiner Heimatstadt zu springen und punktgenau vor jedem Schurken zu landen.
Zwar schießt die Zebra-Springspinne ihre Fäden nicht vor sich her und schwingt sich damit von Ast zu Ast, aber sie fängt ihre Beute im Sprung und nutzt ihren Faden dabei wie ein Sicherheitssaal, an dem sie sich im Notfall zurück hangeln kann. Ein Nothalt, von dem sie kaum Gebrauch machen muss, denn beim Sprung der Spinne passt einfach alles!:
Die Beine richten sich genauso aus, dass ihr Opfer exakt erreicht wird.
Von einer derart fein abgestimmten Hydraulik träumt jeder Techniker und so kommt es, dass auch Konstruktions-Ingenieure ein großes Interesse an den 4-7 Millimeter großen Acht-Beinern haben.
Die für den Menschen völlig ungefährlichen Giftklauen und die 8 Augen der Zebra-Springspinne tun ihr übriges zu jedem Jagderfolg. Mit ihren riesigen, wie eine Sonnenbrille wirkenden, vorderen Augen können sie dreidimensional und farbig sehen. 6 weitere ermöglichen sogar den Blick nach hinten und lassen keine Bewegung ihrer Umgebung unbemerkt.
Auf dem Speisezettel steht alles, was sich mit den eher kurzen Spinnenbeinen umfangen lässt -unter anderem auch Fliegen, Käfer und Stechmücken.
Die Spinne des Jahres kommt in ganz Europa vor. Sie lebt bevorzugt an und in Gebäuden, wohnt aber auch gerne in Zaunpfählen oder in einer Felsspalte. Bei kühlem Wetter oder zur Eiablage zieht sie sich ganz in ihr kleines sackartiges Gespinst in einer Ritze oder Fuge zurück.
Sie im Freien zu finden ist denkbar einfach: Sobald es warm wird, kann man die Springspinne an sonnenbeschienen Hauswänden und Steinen beobachten. Nicht zu Letzt durch ihre zebra-artig gestreifte Rückenprägung sticht das kleine Springwunder sofort ins Auge.
Womit ja nun auch die Frage geklärt wäre, woher die ZEBRA-Springspinne ihren Namen hat...
Wer noch mehr erfahren möchte über die Spinne des Jahres 2005, der kann alles noch einmal auf der Internetseite des Naturschutzbundes Deutschland: www.nabu.de nachlesen. Hier finden Sie auch ein kleines Taktikspiel, dass Ihnen veranschaulicht, wie gut die Augen der Zebra-Springspinne ausgebildet sind.
Viel Spaß dabei!
TransFair-Siegel (von Diana Tuleweit)
In unserer letzten Sendung haben wir über das BIO Siegel berichtet. Nun wollen wir Ihnen ein weiteres Siegel vorstellen, auf das zu achten sich lohnt. Denn mit dem Kauf von Produkten, die mit dem TransFair- Siegel ausgezeichnet sind, erhalten Sie nicht nur hochwertige Lebensmittel, sondern unterstützen auch direkt die Produzenten in den sogenannten Dritte Welt- Ländern. Wie das funktioniert, erzählt Ihnen jetzt Diana Tuleweit.
In Zeiten wirtschaftlicher Flaute geht es den meisten Endverbrauchern darum, so viel wie möglich so billig wie möglich einzukaufen. Insbesondere beim Kauf von Lebensmitteln spart der Deutsche gern. Dabei wird oft übersehen, dass die Erzeuger dieser Produkte häufig unter viel schlechteren Bedingungen leben als wir. Um die ökonomischen und sozialen Lebens- und Arbeitsbedingungen in den Herstellerländern zu verbessern, wurde in den 90er Jahren der Faire Handel eingeführt. Bei Produkten aus fairem Handel können Sie nicht nur genau verfolgen, woher diese kommen, sondern erfahren auch , was genau darin enthalten ist. Häufig sind TransFair Produkte zusätzlich mit dem BIO Siegel ausgezeichnet.
Ein Fairer Kaffe zum Beispiel ist keine Mischung aus den Kaffeebohnen, die gerade irgendwo auf der Welt am günstigsten zu kaufen waren, sondern stammt immer aus demselben Gebiet. Und dort bekommen die Kleinbauern einen festen Mindestlohn, der von äußeren Bedingungen wie z.B. Regenzeiten oder Missernte unabhängig ist.
Hartmut Damke vom Weltladen Minden über einen besonders fairen Kaffee:
"Die Idee für den "Kaffee für den Mühlenkreis" entstand bei einer Versammlung beim Weltladen- Dachverband, (...) als ich vom Aschaffenburger Kaffee hörte. (...) Und daraufhin haben wir dann auch überlegt, hier in Minden einen Kaffee zu etablieren, der eine gewisse lokale Anbindung hat, und kamen danrauf, dass es günstig wäre, einen Kaffee aus Tansania zu nehmen, weil der Kirchenkreis Minden eine Kooperation hat mit einem Kirchenkreis in Tansania. Und wie es der Zufall wollte stießen wir auf einen Kaffee, der zum einen Teil aus den Usambarabergen kommt und zum anderen Teil vom Kilimandscharo, einen hochwertigen Arabica Kaffee. Ja der "Kaffee für den Mühlenkreis" ist mit dem TransFair Siegel ausgezeichnet."
Um ein TransFair Siegel zu erhalten, müssen bei den lizenznehmenden Betrieben bestimmte Bedingungen erfüllt sein. Zu den Mindeststandards gehören außer dem Schutz und der Schulung der Arbeiter auch ökologische Faktoren wie der Verzicht auf gesundheits- und umweltschädliche Pestizide, Gewässerschutz und der Verbot von gentechnischen Veränderungen.
Die sonst -im kommerziellen Handel- benachteiligten Kleinbauern und Plantagenarbeiter sind direkt an den Entscheidungen ihrer Genossenschaften beteiligt. Gelder aus fairem Handel werden verwendet für Bildungs- und Sozialprogramme und für Qualitätsverbesserungen in der Produktion. Hilfe zur Selbsthilfe steht also im Vordergrund.
Die typischen TransFair Produkte sind Kaffee, Tee und Kakao, es gibt aber auch Bonbons, Schokolade, Honig, Orangensaft, Mangoprodukte, Bananen und Fußbälle. -Fußbälle???
Ja! Dazu noch mal Hartmut Damke:
"Jetzt zur Fußball Weltmeisterschaft wird es auch die ersten Bälle geben mit TransFair Siegel weil Bälle sind handgenäht und da ist teilweise auch recht viel Kinderarbeit mit dabei."
TransFair selber handelt nicht mit Produkten sondern vergibt sein Siegel und übt eine Kontrollfunktion aus. Unterstützt wird die Arbeit von TransFair von den Mitgliederorganisationen, der Bundesregierung, der Europäischen Union und natürlich von vielen engagierten Einzelpersonen. Wenn Sie mehr wissen möchten, wenden Sie sich an das Informationszentrum Dritte Welt in Minden oder schauen Sie mal auf die Webseite von TransFair: www.transfair.org
Globalisierungsgegner in Minden (von Holger Hansing)
Attac- Aktionsakademie der Globalisierungsgegner
Am langen Himmelfahrtswochenende war Minden der deutschlandweite Treffpunkt für die Globalisierungsgegner der Organisation attac. Die sogenannte attac - Aktionsakademie lockte 100 Aktivisten aus ganz Deutschland in die Weserstadt. Die Aktionen im Kampf gegen neoliberale Wirtschafts- und Sozialpolitik wurden dabei im Anne-Frank-Jugendhaus geplant, weil dort sowohl Seminarräume als auch Zeltmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Außerdem gibt es in Minden eine attac - Gruppe mit 20 sehr aktiven Mitgliedern, die die Seminarvorbereitung übernommen haben. Zum Motto der Akademie "Die Welt ist keine Ware" äußert sich einer der Mindener Organisatoren - Matze Linnemann - folgendermaßen: "Also die Welt ist keine Ware, also dass die Wirtschaft eigentlich zum Nutzen der Menschen und nicht anders herum, dass die Menschen nützlich für die Wirtschaft sein müssen. Und den Eindruck hat man doch irgendwie in letzter Zeit." Aber das Veranstaltungsmotto "Die Welt ist keine Ware" zeigt gleichzeitig die ökologische Ausrichtung von attac auf. Bereits letztes Jahr lief beispielsweise eine große Protestaktion gegen die Zulassung von gentechnisch veränderten Lebensmitteln. Dazu der Attac - Pressesprecher Malte Kreutzfeld: "Aber auch in anderen Bereichen ist zwischen Konsum, zwischen Herstellungsbedingungen von Produkten und dem Verbrauch von Umweltgütern ein sehr enger Zusammenhang, sodass wir auch mit der Umweltbewegung zusammenarbeiten. Hier jetzt bei der Aktionsakademie sind auch Leute aus anderen Umweltzusammenhängen, hier sind sowohl Aktivisten von Robin Wood mit dabei als auch Leute, die bei Greenpeace schon dabei waren, und von der Anti-Atombewegung" An den 4 Seminartagen in Minden erwartete die 100 Globalisierungsgegner ein breit gefächertes Angebot an Workshops, die auf medienwirksame Aktivitäten vorbereiten sollen. Bundespressesprecher Malte Kreutzfeld aus Frankfurt stellt die Seminarpalette vor: " Es werden Aktionen geübt. Hier lernt man, was man für Aktionen braucht, sowohl die Technik als auch die Strategien usw. z.B. vom Klettern über Straßentheater, über zivilen Ungehorsam, aber auch Sachen wie Öffentlichkeitsarbeit bei Aktionen. Ein großer Workshop ist ein Klettertraining für Fortgeschrittene, die seilen sich hier unter anderem von dem Kirchturm auf dem BÜZ ab und haben da heute ein großes Transparent aufgehängt. Es gibt ne Gruppe, die macht Demoanimation und Trommeln sodass man mal von langweiligen Latschdemos mal so ein bisschen wegkommt und mehr wir das in anderen Ländern kennen, dass Demos auch vielmehr auch Events sind."
Hören wir mal rein bei den Trommelanimateuren, die für die nächste Demonstration üben: Trommeln.
Neben solchen akustischen Workshops gab es auch Seminare fürs Auge die in Minden ihre Spuren m Form von neu gestalteten Werbebotschaften hinterlassen haben. An einigen Plakatwänden war z.B. nach dem Aktionswochenende zu lesen, dass das Heizöl seit Jahren das Klima kille. Malte Kreutzfeld über diesen Workshop: "Es gibt ne Gruppe, das nennt sich Adbusting, die machen sich Gedanken, wie man Werbeplakate verändern kann - um diese Werbebotschaften in politische Botschaften, die sich teilweise vielleicht auch sogar gegen den ursprünglichen Sinn wenden umzuwandeln, um vielleicht mehr Wahrheit in die Botschaft reinzubringen."
Es ist schon interessant, wie schnell ein Städtchen wie Minden durch Abseilaktionen vom Dach des BÜZ aufgeweckt werden kann. Plötzlich wird jedem Otto Normalbürger klar, dass auch der Mühlenkreis ein Puzzelteil in der großen Globalisierung ist, die immense Gefahren nicht nur für Umwelt birgt.
Müllverbrennung im Kraftwerk Veltheim (von Holger Hansing)
In Porta Westfalica verbrennt das Kraftwerk Veitheim bereits seit einiger Zeit neben der Steinkohle auch Klärschlamm und Tiermehl. Vor einigen Wochen wurde vom Kraftwerksbetreiber EON beim Regierungspräsidenten Detmold beantragt, auch Restmüll in Veltheim mitverbrennen zu dürfen. Seit dem Bekanntwerden dieses Planes wehren sich viele Portaner Bürger öffentlich gegen die Mitverbrennung des Mülls. In Leserbriefen, mit Demonstrationen sowie Mahnwachen vor dem Portaner Rathaus bekunden sie ihren Unmut. Eine aktive Müllverbrennungsgegnerin ist die Möllbergerin Barbara Meier, die Unterschriften gegen die Müllverbrennung sammelt: "Ich wohne in Möllbergen und gucke von meiner Terrasse direkt auf die schwarzen Schornsteine. Ich habe seit dem Klärschlamm und Tiermehl verbrannt wird, auf den weißen Fenstern wieder dicke schwarze Rußpartikel liegen und ich fühle mich dadurch gestört. Habe einen Garten, pflanze Gemüse an und wenn jetzt Restmüll auch noch verbrannt wird, außerdem der Klarschlamm, der schon sehr quecksilberhaltig ist, das möchte ich einfach nicht und bin dagegen und unterstütze die Bürgerinitiative mit Unterschriften. " Hinsichtlich der Ängste der Bürger um ihre Gesundheit hat die Kreisgruppe des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) herausgefunden, dass das Veltheimer Kraftwerk nur 3 Filterstufen besitzt, wohingegen die Müllverbrennungsanlage Bielefeld 7 Filter hat. Dazu Lothar Schmelzer von der BUND Kreisgruppe Minden-Lübbecke: "Dadurch, dass die weniger Filter haben als eine reguläre Müllverbrennungsanlage, haben die unter anderem die Möglichkeit bis zu 300 mehr Dioxine und Schwermetalle in die Luft auszustoßen und dadurch können die wirtschaftlich preiswerter die Anlage betreiben. " Und genau diesen wirtschaftlichen Vorteil will das Veltheimer Kraftwerknutzen, um auf dem umkämpften Strommarkt konkurrenzfähig zu bleiben. Neben der finanziell lukrativen Einsparung von Steinkohle erhält das Kraftwerk Gelder für die sogenannte thermische Behandlung des Mülls. Aber auch der technische Geschäftsführer des Veltheimer Kraftwerks, Rolf Baumeister, räumt ein, dass die Filtertechnik einer Müllverbrennungsanlage (MVA) umfangreicher ist: "Diese Filtertechnik kann man natürlich mit den aufwändigen Filtern in einer MVA nicht vergleichen. Ist aber letztendlich auch nicht notwendig, weil die Stoffe, die wir einsetzen, so homogen sind, dass sie uns letztendlich nicht davon abhalten, hinten die Grenzwerte einzuhalten."
Es liegt demnach an der Homogenität des Mülls, dass nach der Verbrennung kaum Schadstoffe aus den Schornsteinen des Kraftwerks qualmen. Nach mehrmaligem Nachfragen stellt sich im Gespräch mit Herrn Baumeister heraus, wie homogen der Müll tatsächlich ist, der in Veitheim verbrannt werden soll. Rolf Baumeister: " Was ist Hauptbestandteil ? Hauptbestandteil ist überall etwas von: Da ist Papier, da sind Holzreste, da sind auch Kunststoffreste, natürlich sind auch Lackreste da drin. Alles, was im Gewerbe- oder auch Siedlungsabfall heute vorkommen kann, das noch heizwertreich ist, kann dort rausselektiert werden und uns zur Verfügung gestellt werden." Vermutlich kann aufgrund des sehr uneinheitlichen Mülls niemand mit Sicherheit sagen, welche Schadstoffe tatsächlich bei dessen Verbrennung entstehen. Festzustellen bleibt, dass der Stadtrat den Plänen des Kraftwerks das gemeindliche Einvernehmen versagt hat. Welche Auswirkungen diese Ablehnung der Müllverbrennung durch die Stadt hat, fragt die Stadtverwaltung zurzeit beim zuständigen Ministerium in Düsseldorf sowie beim Städte- und Gemeindebund nach. Der Portaner Bürgermeister Stephan Böhme sagt für die Ratssitzung nächste Woche aber schon jetzt voraus, dass sich das Meinungsbild nicht verschoben haben wird: "Im Übrigen gehen ich davon aus, dass in der Ratssitzung am 30. Mai die politische Sicht des Rates in Form einer Resolution noch einmal deutlich zum Ausdruck kommen wird. Ich gehe auch davon aus, dass es bei einem Nein in Bezug auf das gemeindliche Einvernehmen nach § 36 Baugesetzbuch bleiben wird. " Wir dürfen also gespannt sein, ob nächste Woche tatsächlich eine erneute Ablehnung der Müllverbrennung durch den Portaner Stadtrat erfolgt und ob dadurch das Genehmigungsverfahren beim Regierungspräsidenten beeinflusst wird. Die Geschäftsführung des Veltheimer Kraftwerks plant jedenfalls ab Juli Müll zu verbrennen. | |