ÖKO - das Umweltmagazin zwischen Weser und Wiehen


im Bürgerfunk von Radio Westfalica (auf 95,7 und 106,6)

Die Januar-Sendung
Dienstag, 25. Januar 2005
18:04 bis 19:00 Uhr
Moderation: Diana Tuleweit, Holger Hansing
Technik: Jörn Schunk
Beiträge:
* Serie „Erneuerbare Energien“: Biomasse
* Serie „Lebewesen des Jahres“: Uhu
Uhu-Beitrag als MP3-Datei (2 Min.)
* Die Waldschäden 2004 im Mühlenkreis
* Öko-Windeln
* Gentechnik in Lebensmitteln - auch im Kreis ?
Gen-Beitrag als MP3-Datei (2,5 Min.)

Die einzelnen Beiträge :

Biomasse (von Jörn Schunk)

In unserem heutigen Beitrag aus der Reihe "Erneuerbare Energien" beschäftigen wir uns mit der Energiegewinnung und -nutzung aus Biomasse. Zuerst wollen wir aber der Frage nachgehen, was mit dem Begriff "Biomasse" überhaupt gemeint sein könnte. O-Ton Wie wir gerade gehört haben, gibt es verschiedene Stoffe, die wir allgemein als Biomasse bezeichnen. Biomaterialien können sowohl stofflich in der Industrie z. B. als nachwachsende Rohstoffe, als auch energetisch zur Erzeugung von Treibstoff, Wärme und Strom genutzt werden. Bei der energetischen Nutzung wird unterschieden in feste Energieträger, z. B. Holz und Stroh, in flüssige wie z. B. Pflanzenöl oder Alkohol und in gasförmige Bioenergieträger wie z. B. Biogas. Da die Anwendungsmöglichkeiten sehr vielseitig sind, möchten wir uns heute auf zwei Biomaterialien beschränken. Zum einen betrachten wir im Folgenden Holz als festen Brennstoff zur Wärmeenergiegewinnung und zum anderen ergründen wir, warum der Einsatz biogasbetriebener Blockheizkraftwerke so attraktiv ist. Aber fangen wir dort an, wo alles beginnt, bei der Sonne. Der Sonne verdankt die Erde fast alle fossilen und erneuerbaren Energieträger. Tag für Tag scheint die Sonne auf die Erde. Bei wolkenlosem Himmel fallen auf jeden Quadratmeter der Erdoberfläche durchschnittlich 1.000 Watt Sonnenenergie. Etwa 0,1 Prozent dieser Energie werden von Land- und Wasserpflanzen in Biomasse umgewandelt und gespeichert. Dieser Wert erscheint zunächst gering, stellt aber bei näherer Betrachtung ein enormes Energiepotential dar. So entspricht allein der jährliche Biomasse-Zuwachs aller Wälder der Erde 25 Mal dem Energiegehalt der jährlich geförderten Erdölmenge. Das ganze kommt durch die so genannte Photosynthese zustande. Dabei bauen Pflanzen mit Hilfe der Sonnenenergie ihre Biomasse aus dem Kohlendioxid der Luft und Wasser auf. Gleichzeitig wird der für unser Leben notwendige Sauerstoff freigesetzt. Menschen und Tiere nutzen den Sauerstoff, ernähren sich von der Biomasse und atmen Kohlendioxid wieder aus. Der Kreislauf beginnt von vom. Und genau in diesem Kreislauf liegt der eigentliche ökologische Vorteil bei der Nutzung von Biomasse zur Energieerzeugung. Es wird nämlich nur genau die Menge Kohlendioxid an die Umwelt abgegeben, die vorher zur Bildung von Biomasse benötigt wurde. Es stellt sich also ein Gleichgewicht ein. Im Gegensatz dazu wird durch die Nutzung fossiler Energieträger wie Kohle oder Öl heute das Kohlendioxid an die Atmosphäre abgegeben, das über Jahrmillionen von Jahren gespeichert wurde. Im ersten Teil des Beitrags haben wir etwas über den ökologischen Vorteil und die unterschiedliche Nutzung von Biomaterialien gehört. Nun wollen wir uns mit den konkreten Einsatzmöglichkeiten zweier Bioenergieträger beschäftigen - Holz und Biogas. Beginnen wir mit Holz. Jahrtausende haben Menschen Holz zur Gewinnung von Wärme und Licht sowie zum Kochen verbrannt. Die Energieausbeute in offenen Feuerstellen und einfachen Öfen war allerdings nur gering. In den Industrieländern haben sich Holzöfen- und -heizungen technisch enorm weiterentwickelt. Neben den herkömmlichen Kaminöfen, die als Zusatzheizungen dienen, sind für Zentralheizungen in Einfamilienhäusern Pellet- und Scheitholzheizungen Standard. Im großtechnischen Einsatzbereich werden vorwiegend Hackschnitzelheizungen eingesetzt. In der Regel ist die Anschaffung einer solchen Anlage teurer als die Verwendung herkömmlicher Technik auf Basis fossiler Energieträger. Die enormen Vorteile von Holz liegen in der Kostengünstigkeit des Bennstoffes, in den kurzen Transportwegen, in der Stärkung der regionalen Wirtschaft und in der Tatsache, dass allein in Deutschland jährlich 60 Millionen Festmeter Holz nachwachsen. Zusätzlich besitzt Holz eine hervorragende Primärenergiebilanz, d. h. nur zwei Prozent der im Brennstoff enthaltenen Energie werden zu deren Gewinnung aufgewendet, bei Heizöl liegt dieser Wert mit 10 bis 12 Prozent deutlich höher. Auch in unserer Region sind bereits eine ganze Reihe von interessanten Anlagen errichtet worden. So betreibt der Landkreis Schaumburg in der Berufsschule Stadthagen eine 410 kW Holzhackschnitzelanlage mit Brennstoff aus der Region. Und Minden wird in Zukunft das neue Krankenhaus über eine Holzheizungsanlage mit einer Leistung von rd. 2,2 MW versorgen. Kommen wir zum Biogas. Das besteht zum größten Teil aus Methan und entsteht immer dann, wenn biologische Materialien unter Luftabschluss von Bakterien zersetzt werden. Uns interessiert aber hauptsächlich die Biogasproduktion durch die Verwertung landwirtschaftlicher Abfallstoffe wie z. B. Gülle. Neben den Abfallstoffen werden aber neuerdings auch extra so genannte Energiepflanzen wie Mais speziell für die Produktion von Biogas angebaut. Ein gängiges Verfahren stellt die "Nassvergärung" dar. Dabei wird Gülle in einer Vorgrube gesammelt und mehrmals täglich in den Faulbehälter - Fermenter genannt - gepumpt. Im Fermenter findet der Biogasprozess statt und das bei diesem Gärprozess entstehende Gas wird in einen Folienbehälter weitergeleitet. Der dient als Pufferspeicher, so dass das Gas nun kontinuierlich ein Blockheizkraftwerk betreiben kann. Der Vorteil eines so genannten BHKW besteht in der gleichzeitigen Produktion von Strom und Wärme und dem sehr hohen Wirkungsgrad von bis zu 90 Prozent. Der Strom wird in das öffentliche Stromnetz eingespeist und vergütet, während die Wärme an geeignete Wärmeabnehmer wie z. B. ein Hallenbad oder ein Krankenhaus abgegeben werden kann. Mit dem 2004 modifizierten Energieeinspeisegesetz wurden die Vergütungssätze für Strom aus Biogasanlagen deutlich erhöht. Das hat zu einer großen Nachfrage für die Errichtung solcher Anlagen geführt. Bei beiden Techniken handelt es sich um ausgereifte Verfahren, die einen deutlichen Anteil an der Gesamtenergieversorgung der Bundesrepublik übernehmen können. Wer Interesse an weiteren Informationen zum Thema Bioenergie hat, dem sei die Intemetadresse www.bioenergie.ae empfohlen. Zum Schluss noch der Hinweis auf unsere Märzsendung, in der wir uns dann mit der Wasserkraft beschäftigen werden.

Lebewesen des Jahres: Uhu (von Inga Vehling)

Wer beim Stichwort UHU nur an den gleichnamigen Kleber im Bastelschrank denkt, der sollte sich seine Klebstoffflasche noch einmal genauer an sehen!! Ganz klein ist er nämlich auch darauf zu erkennen - der Vogel des Jahres 2005 der UHU. Im wahren Leben ist die preisgekrönte Eule fast 70 cm groß, bis zu 3 Kilogramm schwer und hat eine Flügelspannweite von bis zu 1,80 m. Dass man den UHU - trotz seiner Größe - im Wald eher hört als sieht, liegt an seinem markanten "Huhu" und der perfekten Tarnung. Mit seinem braungemusterten Federkleid ist er in keinem Baum zu erkennen. Erst in der Dunkelheit gibt er sein Versteck auf um zu jagen. Die großen Augen und sein ausgezeichnetes Gehör lassen seinen Beutetieren nur eine geringe Chance zur Flucht. Zielsicher peilt der riesige Kauz Ratten, Igel, Krähen oder auch Kaninchen an und schlägt blitzschnell zu. Auch die Tatsache, dass der Uhu seinen Kopf bis zu 270° drehen kann ist bei der lautlosen Jagd ein großer Vorteil. Uhus sind äußerst standorttreu. Auch ein kalter Winter kann ihnen nichts anhaben und so bleiben die Vögel, ob warm oder kalt, immer in ihrem angestammten Lebensraum. Besonders wohl fühlt sich der Felsbrüter in steiniger Umgebung. Auch wenn sich in unseren Breiten der Bestand an Uhus nach Zeiten beinaher Ausrottung wieder etwas erholt hat, gilt der Vogel weiterhin als gefährdet. Vor allem der Verlust von Lebensräumen in Steinbrüchen und Störungen an den Brutplätzen machen den Tieren das Leben hierzulande schwer. Und so findet man die Mehrzahl der 850 Uhus in den Mittelgebirgen, den Alpen und in Schleswig-Holstein. Trotzdem lohnt es sich nach dem Tier des Jahres 2005 Ausschau zu halten. Vielleicht begegnet Ihnen ja der Uhu bei einem Ihrer nächsten Spaziergänge und dann kennen Sie ihn nicht mehr nur von der Kleberflasche.

Die Waldschäden 2004 im Mühlenkreis (von Holger Hansing)

Hansing: Herr Roefs, Sie sind der Pressesprecher des Mindener Forstamtes und damit der richtige Ansprechpartner, wenn es um den heimischen Wald geht. Wie groß ist denn eigentlich die Fläche des Waldes im Kreis Minden -Lübbecke ?

Roefs: Also das Forstamt Minden betreut ja nicht nur den Kreis Mi-Lü, sondern auch den Kreis Herford und da sind es insgesamt 16.500 Hektar und das entspricht einem Bewaldungsprozent von gut 10,8 % und damit liegen wir sehr deutlich unter dem Landesdurchschnitt, der bei etwa 27 Prozent steht. Das bedeutet, dass wir in unserer heimischen Region hier zu den waldärmsten Bereichen in ganz NRW zählen.

Hansing: Es war jetzt in den Medien ganz häufig zu lesen, dass man den Patienten Wald wieder stärker beachten muss. Bundesweit dramatische Zahlen, die sich da aufgetan haben: Die Buche soll sehr stark geschädigt sein. Wie sieht das in Bezug auf den Wald im Kreisgebiet aus, gibt es da auch so viele Waldschäden wie bundesweit ?

Roefs: Also wir liegen sozusagen, leider Gottes, voll im Trend, was die Waldschäden anbelangt, d.h. also das ein Großteil der Waldbestände geschädigt ist. Es ist so, dass gerade die Buche in diesem Jahr einen mordsmäßígen Sprung nach vorne gemacht hat und einen Schadensgrad von etwa 52 % erreicht hat, dicht gefolgt von der Eiche, die sich etwas erholt hat - im vorigen Jahr auch aufgrund des sehr trockenen Sommers sehr stark geschädigt war. Bei den Nadelhölzern sieht es nicht viel besser aus: Die Fichte ist auch sehr stark geschädigt. Bei der Kiefer stagniert das im Moment, da kann man aber nicht von einer Erholung in dem Sinne sprechen. Also es ist 5 vor 12

Hansing: Auf welche Ursachen gehen diese enormen Waldschäden zurück ?

Roefs: Das ist ein Komplex, d.h. ein Zusammenspiel vieler verschiedener Faktoren. Da gibt's führende Faktoren, das ist mit Sicherheit die CO2- Emission der Industrie, aber auch der Haushalte, des Hausbrandes. Dann sind es auch die Verbrennungsrückstande vom Kraftverkehr, also alles, was mit Auto zu tun hat. Das hat dann wieder was mit Fotooxidantien zu tun und Treibhauseffekt, das sind sehr komplizierte chemische und physikalische Prozesse, die in der Atmosphäre stattfinden. Und die Ergebnisse davon kriegen wir praktisch dann wieder auf den Boden durch den Niederschlag zurück und wird dann durch die Wurzeln aufgenommen. Teilweise wirken diese Substanzen, die dann da hereingespült werden in den Boden, toxisch, d.h. tödlich für die Wurzeln. Der Baum fängt an zu schwächeln und kriegt gleichzeitig von oben schwach verdünnte Säure, so muss man sich sauren Regen ja vorstellen, und zwar Schwefelsäure auf die Blattorgane und die werden im Laufe der Jahre einfach verätzt. Also der Baum kriegt von unten ein Feinwurzelabsterben und von oben die Blattorgane zerfressen und irgendwann hat er keine Widerstandskraft mehr, wird schwach und wird dann von Insekten und Pilzen befallen und stirbt dann ab.

Hansing: Ja, welche Gegenmaßnahmen könnte man einleiten ? Sie sagten eben schon, es ist 5 vor 12, also müssen wir langsam was tun. Aber was ?

Roefs: Global ist es sicherlich die Minimierung von Schadstoffemissionen und die Verbesserung des Klimaschutzes. In unserer Region - und das ist eben auch die Aufgabe von uns Forstleuten - Wälder zu stabilisieren und das bekommt man dadurch, dass man naturnahe Waldwirtschaft betreibt, standortgerechte Baumartenwahl, wir wollen nachhaltig die Ressourcen aus dem Walde nutzen, d.h. wir dürfen nicht mehr nutzen als jedes Jahr wieder nachwächst, die Waldkalkung und Kompensationsdüngung ist ein ganz wichtiger Einsatz und ganz allgemein für jedermann, der mitmachen will und eigentlich auch mitmachen müsste, ist ein vielleicht etwas bewussteres Umweltverhalten.

Hansing: Meine letzte Frage: Gibt es - nach Ihrer Einschätzung - eine realistische Chance, dass unsere Kinder und deren Kinder noch in einem Wald im Kreis Minden-Lübbecke spazieren gehen können ?

Roefs: Das ist eindeutig mit "Ja" zu beantworten. Die Chance haben wir, aber wir müssen auch eben die Zeichen der Zeit erkennen und realisieren, dass es 5 vor 12 ist. Das hat nichts mit Panikmache oder mit Phrasen zu tun, aber wir dürfen auch nicht die Hände in den Schoß legen.

Hansing: Herr Roefs, vielen Dank für das Gespräch !


Öko-Windeln (von Diana Tuleweit)

Entscheidet man sich für Stoffwindeln, muss man sich oft genug als "Öko Freak" belächeln lassen oder hört viele Fragen: "Ist das nicht unpraktisch?" Noch vor gut dreißig Jahren stellte sich diese Frage gar nicht- es gab noch gar keine Wegwerfwindeln. Seit sie auf den Markt kamen, wurde immer wieder heiß diskutiert: Enthalten Wegwerfwindeln Schadstoffe? Fördern Stoffwindeln das Trocken werden? Beeinflussen Wegwerfwindeln die Fruchtbarkeit von männlichen Säuglingen? Sind denn nun Einweg- oder Stoffwindeln die umweltverträglichere Variante? Es gibt viele Studien zu diesem Thema, wobei anzumerken ist, dass der direkte Vergleich schwierig ist. Man kann nicht einfach die Müllberge der Wegwerfwindeln auf der einen gegen die Wasserverbrauchskosten der Stoffwindeln auf der anderen Seite gegenüberstellen. Weitere Faktoren gibt es zu beachten, wie z.B. Energieverbrauch bei der Herstellung und Entsorgung der verschiedenen Windelarten, Pestizideinsatz beim Anbau der Rohstoffe, Transportwege und damit verbundene Luftbelastung, nicht recycelbare Materialien. Dazu muss berücksichtigt werden, dass bei der Verwendung von Stoffwindeln öfter gewickelt werden muss als mit Wegwerfwindeln um einen wunden Babypopo zu vermeiden und dass mache Babys deutlich früher "trocken" werden als andere. Wenn man nun den tatsächlich ermittelten Verbrauch bei einer durchschnittlichen Wickeldauer von 30 Monaten vergleicht, schneiden die Stoffwindeln günstiger ab. Insbesondere bei Verwendung der Windeln bei mehreren Geschwistern lohnt sich die zunächst teuer wirkende Anschaffung eines Stoffwindelsystems. Diese gibt es auch secondhand zu kaufen, eine weitere Methode um Geld zu sparen. Längst werden die Babys heute nicht mehr in die uns noch bekannten dreieckigen Stofftücher gepackt, mit Gummihosen darüber, die dann nass um die Beinchen schlotterten. Es gibt viele verschiedene Systeme und Wickelsysteme, meist eine Kombination aus Einlagen und Windelhosen, die aus gestrickter oder gefilzter Wolle oder Mikrofaserstoff bestehen. Ob man diese nun selber wäscht oder einen Windeldienst in Anspruch nimmt, ergibt sich aus den örtlichen Gegebenheiten. Während es in größeren Städten wie Bremen oder Hamburg mehrere Windeldienste gibt, hat man diese Möglichkeit, Zeit und Arbeit zu sparen, im Kreisgebiet von Minden leider nicht. Nun, viel Wäsche hat man mit einem Baby oder Kleinkind sowieso, und die Stoffwindeln lassen sich mit anderer 60 Grad- Wäsche zusammen waschen. Etwas Übung beim Anlegen eines Stoffwindelsystems braucht es schon, aber wenn man den Dreh erst mal raus hat, geht es eben so schnell wie die Wegwerfwindel. Benutzt man Windeln aus naturbelassener Wolle und wechselt häufig genug, fühlt sich das Baby rundherum wohl, die Windeln sind weich und knistern nicht, und gerade die empfindliche Babyhaut wird nicht gereizt. Viele Eltern scheuen die Verwendung von Stoffwindeln, weil es insbesondere unterwegs unpraktisch und umständlich erscheint. In der Tat ist es auf Reisen praktisch, eine Einwegwindel einfach in den Müll zu entsorgen- man kann aber auch eine kleine Tüte dabei haben und nur das Einlagevlies wechseln. Alles nur eine Frage der Organisation. Wirklich viele Informationen über die verschiedenen Windelsysteme, Kosten, Pflege und Anschaffung sowie Bezugsadressen und ein Forum für Fragen zum Thema finden Sie im Internet unter www.naturwindeln.de.

Gentechnik in Lebensmitteln - auch im Kreis ? (von Holger Hansing)

Seit Mitte April letzten Jahres müssen alle in Europa verkauften Lebensmittel gekennzeichnet werden, die aus gentechnisch veränderten Organismen hergestellt wurden. D.h. Sie können erkennen, ob die riesigen, rot leuchtenden Tomaten im Supermarkregal ein Antimatsch-Gen enthalten und deshalb auch nach einem halben Jahr wie frisch gepflückt aussehen. Die Umweltorganisation "Greenpeace" weist allerdings auf eine Lücke im Gentechnikgesetz hin. Karl Tödtmann, der Koordinator der Löhner Greenpeace-Gruppe, erklärt, bei welchen Produkten auch heute noch keine Kennzeichnung erfolgt: "Die Kennzeichnung gilt allerdings nicht für z.B. Milch oder Eier - also Produkt die von Tieren stammen, welche mit genmanipulierte Futtermitteln gefüttert worden sind. Und wenn man weiß, dass z.B. 80 % der nach Deutschland eingeführten genmanipulierten Soja für Futtermittel verwendet werden, dann zeigt das schon von welchen Größenordnungen wir hier sprechen." D.h. ob Sie gerade Gen-Milch erworben haben, kann Ihnen im Moment niemand genau sagen. Denn ob die gentechnisch veränderten Futtermittel in der Milch nachweisbar sind, darüber streiten sich im Moment noch die Experten. Aber weshalb lehnen - nach einer aktuellen Umfrage - 70 % der Deutschen Nahrungsmittel aus gentechnisch veränderten Tieren und Pflanzen ab ? Der Löhner Bauingenieur und Greenpeace-Aktivist Karl Tödtmann zu seinen Bedenken zum genmanipulierten Essen: "Wir können es nicht wissen, ob es gesundheitsschädlich ist, es ist längst nicht ausreichend erforscht und wir sind der Meinung, dass es grundsätzlich nicht sein darf, dassder Konsument letzten Endes als Versuchskaninchen für irgendwelche Konzerne herhalten muss." Viele Verbraucher im Mühlenkreis wehren sich nicht so deutlich gegen z.B. Soße aus Gensoja oder Cornflakes aus Genmais. "Es wohnen da durchaus zwei Seelen in meiner Brust und ich bin da sehr unentschieden noch. Ich hab mir die Frage bis dahin noch nicht in letzter Konsequenz gestellt.", sagt der Pressesprecher des Lebensmittelhändlers Edeka Minden -Hannover, Andreas Laubig. Diese Unentschlossenheit mag auch daran liegen, dass in den hiesigen Supermärkten bisher nur vereinzelt Gen-Produkte zu finden sind. Deutschlands größter Lebensmittelhändler die Edeka-Gruppe hat beispielsweise nach eigenen Angaben keine gebmanipulierte Nahrung im Sortiment. Dazu noch einmal Andreas Laubig: "Wir haben bis dahin von unseren Lieferanten keinerlei Produkte dieser Art bezogen mit entsprechenden Kennzeichnungen, sodass wir klar sagen können, solche Produkte sind bei uns derzeit nicht im Angebot." Ob sich allerdings in den nächsten Jahren die genveränderten lebensmittel doch noch durchsetzen, dass entscheidet wiederum der Konsumentenwille. Denn wenn Sie nur nach dem preis einkaufen, werden auch Sie bald mehrere preiswerte Gen-Lebensmittel im Einkaufswagen haben.